Wirtschaft : Thyssen-Krupp verdient mit Stahl kräftig Geld Autozulieferung lahmt / Transrapid für Katar?

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Düsseldorf – ThyssenKrupp hat vor allem wegen des globalen Stahlbooms die Erwartungen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 deutlich übertroffen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen hat sich mit 473 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal annähernd verdreifacht. Dazu steuerte allein die Stahlsparte fast drei Viertel bei. „Das Ergebnis lag am oberen Ende der Erwartungen", sagte Christian Obst von der Hypo-Vereinsbank. Wie andere Analysten hält er die Ergebnisprognose des Konzerns für das Gesamtjahr für zu vorsichtig. Thyssen-Krupp beließ es am Montag bei der Vorgabe, das Vorsteuerergebnis das Vorjahres von 1,58 Milliarden Euro zu übertreffen. Rechnet man aber das Ergebnis des ersten Quartals hoch, kommt man schon auf 1,9 Milliarden Euro.

Diese Größenordnung könnte zu schaffen sein, denn neben Stahl verdienen auch die übrigen Konzerntöchter besser. So steigerte die seit Jahren rentabelste Sparte Rolltreppen und Aufzüge im ersten Quartal ihre Umsatzrendite um einen vollen Punkt auf über elf Prozent. Der Sparte Technologies (Anlagenbau, Werften) gelang mit einem Ergebnis von 42 Millionen nach sechs Millionen Euro im Vorjahr der Turnaround. Dienstleistungen steigerten ihr Ergebnis auf 100 Millionen nach 29 Millionen Euro. Einzig die Sparte Autozulieferung macht Sorgen. Das Ergebnis brach von 28 Millionen auf vier Millionen Euro ein, die Krise bei General Motors schlägt durch.

Weiterhin hoch ausfallen werden dagegen die Stahlgewinne. Thyssen-Krupp hat in den seit Januar gültigen Jahresverträgen mit der Autoindustrie eine Preiserhöhung von knapp 20 Prozent durchgesetzt. Thyssen-Krupp rechnet zudem mit einer anhaltend hohen Stahlnachfrage. Die Aktie fiel dennoch um 1,12 Prozent auf 16,73 Euro.

Unterdessen erwägt die Regierung des Emirats Katar nach Angaben des Transrapid-Konsortiums, zu dem Siemens und Thyssen-Krupp gehören, den Bau einer 800 Kilometer langen Schwebebahn durch die Wüste. Ein solches Projekt würde Branchenkreisen zufolge einen zweistelligen Milliarden-Betrag kosten. Derzeit ist nur eine 30-Kilometer-Strecke in Schanghai in Betrieb. mjh/HB

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