Wirtschaft : Thyssen-Krupp wird zum Wackelkandidaten Standard&Poor’s stuft Kreditwürdigkeit deutlich herab

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Essen (dpa). Eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit des ThyssenKrupp-Konzerns durch die Ratingagentur Standard&Poor’s (S&P) hat für Aufregung bei Aktionären und Vorstand gesorgt. S&P hatte Thyssen–Krupp am Freitag um zwei Stufen auf den Status von „spekulativen Anlagen“ herabgesetzt. Die Agentur, die die Kreditwürdigkeit von Unternehmen beurteilt, begründete den Schritt mit den bestehenden Pensionsverbindlichkeiten des Unternehmens. Anteilseigner und Unternehmen wiesen die Herabstufung durch die Ratingagentur als unbegründet zurück. Es bestehe kein Grund, das Vertrauen in das Unternehmen zu verlieren, sagte Konzernchef Ekkehard Schulz auf der Hauptversammlung in Essen. Thyssen- Krupp sei „solide aufgestellt und solide finanziert, unsere Schulden sind niedriger denn je zuvor“, sagte er vor den Aktionären.

Die Nachricht, die kurz vor der Hauptversammlung von Thyssen-Krupp eintraf, sorgte für einen Kursrutsch um bis zu sieben Prozent. Im Tagesverlauf beruhigte sich der Kurs leicht. Aktionärssprecher befürchteten auf der Hauptversammlung sogar Kurseinbußen um bis zu zehn Prozent. „Ärgerlich ist, dass der Kurs sinkt, obwohl sich bei ThyssenKrupp nichts ändert“, sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Ein Thyssen-Krupp- Sprecher bezifferte die finanziellen Auswirkungen der Herabstufung für das Unternehmen auf jährlich rund 20 Millionen Euro. Eine Herabstufung bedeutet: Das Unternehmen muss höhere Zinsen bezahlen.

Konzernchef Schulz stellte erneut eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses für das laufende Geschäftsjahr 2002/2003 (bis Ende September) in Aussicht. Insbesondere im ersten Halbjahr erwarte das Unternehmen einen deutlich höheren Gewinn als im schwachen ersten Halbjahr des Vorjahres. Bereits vor einer Woche hatte der Konzern die Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Danach wuchs das Ergebnis vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschaften von 28 Millionen im Vorjahr auf 141 Millionen Euro.

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