Wirtschaft : Thyssen und Preussag schmieden Werftpläne

Engere Zusammenarbeit angestrebt

HANNOVER (AP).In Deutschland könnte gut ein Jahr nach dem Zusammenbruch des Schiffbaukonzerns Bremer Vulkan ein neuer Werftenriese entstehen: Thyssen und Preussag wollen nach eigenen Angaben Gespräche über eine mögliche engere Zusammenarbeit ihrer Werften führen.Die Preussag AG in Hannover teilte am Freitag allerdings mit, "die Art und Weise einer solchen Kooperation ist noch völlig offen".Im Herbst sollen möglicherweise erste konkrete Gespräche stattfinden. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" sollen die Werft Blohm + Voss in Hamburg, die Howaldtswerke Deutsche Werft AG (HDW) in Kiel und die Nordseewerke in Emden zusammengeführt werden.Dabei entstünde der größte deutsche Schiffbaukonzern mit insgesamt 6500 Mitarbeitern und rund 3,5 Mrd.DM Umsatz.Weiter hieß es, die deutschen Schiffbauer würden von "Billiganbietern aus Korea, Polen und Rumänien in die Zange genommen".Gegen diese Übermacht wollten sich die beiden Konzerne jetzt wappnen. Preussag teilte dazu mit, HDW und die Thyssen-Werften arbeiteten bereits seit Jahren im Marineschiffbau eng zusammen.Dabei sei Thyssen federführend bei Überwasserschiffen und HDW bei U-Booten.Voraussetzung für eine grundsätzliche Kooperation sei, "daß die Werften aus einer Position der Stärke heraus kooperieren, also auch selbständig wettbewerbsfähig sind", heißt es in der Mitteilung weiter. Laut Thyssen-Sprecherin Anja Gerber sind Gespräche zwischen den beiden Konzernen geplant, allerdings "ohne jede Zielvorgabe".Diese Beratungen hätten "nicht die Qualität von Verhandlungen".Zugleich wies die Sprecherin Spekulationen über ein Interesse Thyssens an Werften des zusammengebrochenen Bremer Vulkan Verbundes als "völlig substanzlos" zurück.

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