ThyssenKrupp : Krupp-Stiftung übernimmt Sperrminorität

Die Krupp-Stiftung hat ihre Beteiligung an ThyssenKrupp auf eine Sperrminorität erhöht. Dadurch ist eine feindliche Übernahme des größten deutschen Stahlproduzenten nahezu unmöglich geworden.

Düsseldorf - Die dem Konzern nahestehende Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in Essen hatte zuvor 23,7 Prozent der Stimmrechte kontrolliert und war damit bereits größter Aktionär. Der Anteil wurde jetzt auf 25,1 Prozent erhöht und so eine Sperrminorität geschaffen. Ein ThyssenKrupp-Sprecher bestätigte die Anteilserhöhung.

ThyssenKrupp hatte vor vier Wochen angekündigt, der Großaktionär wolle seinen Anteil auf mehr als 25 Prozent erhöhen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte vor dem Zukauf betont, eine Sperrminorität halte viele Interessenten von einer Übernahme ab. "Das ist zwar kein Schutz gegen eine Übernahme. Es würde die Sache aber erheblich erschweren", sagte Jürgen Kurz von der Schutzvereinigung. Wichtige Entscheidungen könnten damit nicht mehr gegen die Stiftung durchgesetzt werden.

Auch wenn sich ThyssenKrupp selbst nicht als Übernahmeziel sieht, so wurde in den vergangenen Monaten wiederholt über ein Interesse von Konkurrenten an der Gesellschaft spekuliert. Die weltweite Stahlbranche befindet sich in einer umfangreichen Konsolidierungsphase. So erwarb Mittal Steel den Rivalen Arcelor und baute damit seine führende Stellung aus. ThyssenKrupp selbst will den kanadischen Stahlkonzern Dofasco erwerben, der zum Schutz vor Übernahmen in eine Stiftung überführt wurde.

Aktien legten seit Dezember deutlich zu

Das von der Krupp-Stiftung erworbene Aktienpaket hat einen Wert von rund 250 Millionen Euro. Bei der Stiftung war vorerst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Die Aktie des Stahlkochers hat seit Anfang Dezember deutlich an Wert zugelegt. Am Freitag notierte der Kurs 0,25 Prozent fester mit 35,51 Euro.

Die Krupp-Stiftung ist das Vermächtnis von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, dem letzten persönlichen Inhaber der Firma Fried. Krupp. Mit seinem Tod am 30. Juli 1967 ging sein gesamtes Vermögen auf die von ihm errichtete Stiftung über, die ihre Tätigkeit am 1. Januar 1968 aufnahm. Die Stiftung verwendet die aus ihrer Unternehmensbeteiligung zufließenden Erträge für gemeinnützige Zwecke. Vorsitzender ist Berthold Beitz. (tso/dpa)

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