Wirtschaft : Tiefe Spaltung in der ostdeutschen Wirtschaft

IW-Konjunkturumfrage ergibt heterogenes Bild / Berlin und Sachsen-Anhalt die Schlußlichter BERLIN (alf).Die Wirtschaft in Ostdeutschland ist derzeit von einer "tiefen Spaltung" gekennzeichnet.Während die Bauwirtschaft und ihre Zulieferer unverändert tief in der Krise stecken, wird die Industrie, insbesondere die Investitionsgüterproduzenten, "vom konjunkturellen Aufwind getragen", teilte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Mittwoch in Berlin mit.Die jüngste Konjunkturumfrage des arbeitgebernahen Instituts ergab bei den befragten 529 Unternehmen "eine auffällige Spreizung".So sei der Anteil der Unternehmen, die mit einer weiter steigenden Produktion rechnen, sei der Herbstumfrage von 61 auf 64 Prozent gestiegen; gleichzeitig jedoch stieg der Anteil derjenigen, "die einen neuen Produktionsrückgang befürchten, um rund zwölf Prozentpunkte auf 26 Prozent", sagte IW-Geschäftsführer Rolf Kroker.Für die ostdeutsche Konjunktur ist das IW etwas optimistischer als die Wirtschaftsforschungsinstitute, die am Dienstag ihr Frühjahrsgutachten vorgelegt hatten.Das IW erwartet für dieses Jahr eine Wachstumsrate von 2,5 Prozent, während die Institute nur von 1,9 Prozent ausgehen.Der Abbau von Arbeitsplätze verlangsamt sich nach Einschätzung des IW: Inzwischen würden 35 Prozent der Betriebe "über derzeit steigende Beschäftigtenzahlen berichten" allerdings wollten noch immer 44 Prozent der Firmen weiter Personal streichen.Besonders dramatisch ist die Lage in der Bauwirtschaft: Acht von zehn Baufirmen wollen Personal abbauen, sechs von zehn rechnen mit Produktionsrückgängen.Im Vergleich der neuen Bundesländer fällt auf, daß in Berlin die Stimmung nach wie vor am schlechtesten ist, kurz dahinter liegt Sachsen-Anhalt."Allerdings haben sich in Berlin die Produktionserwartungen, verglichen mit dem Frühjahr 1997, deutlich verbessert, in Sachsen-Anhalt dagegen nicht", schreibt das IW.Am besten ist die Stimmung in Thüringen, mit den höchsten Produktionserwartungen und Investitionsplänen.In Thüringen würden offenbar Waren produziert, "die auch jenseits der regionalen Grenzen begehrt werden und die zu akzeptablen Preisen absetzbar sind", meinte Kroker.

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