Tierpension und -Sitter : Wohin mit den Haustieren in den Ferien?

Allein zu Haus oder in der Tierpension: In Berlin sind jetzt Sommerferien. Für Tierbesitzer bedeutet das oft Stress, wenn sie auf Reisen ihre Vierbeiner nicht mitnehmen können. Wer sich um Hund und Katze kümmert.

Luca Spinelli
Ein springender kleiner, schwarz-weiß-braun gefleckter Hund
Für Hunde und Katzen gibt es Pensionen.Foto: picture alliance / dpa

In Berlin und Brandenburg haben die Sommerferien begonnen – und damit auch die Zeit der Urlaubsreisen. Für Tierhalter sind die schönsten Wochen des Jahres jedoch kein reines Vergnügen. Denn viele der vier- oder zweibeinigen Freunde mögen keine Ortsveränderungen. Zudem sind in zahlreichen Unterkünften tierische Urlaubsgäste verpönt. Was tun?

TIERPENSION

Hunde, Katzen oder Mäuse kann man etwa in Tierpensionen unterbringen, die sich auf die – natürlich getrennte – Betreuung von Tieren spezialisiert haben. Tierheime können in den wenigsten Fällen solche Pensionsplätze bereitstellen, da sie den Platz für Tiere in Not brauchen. Eine Ausnahme ist das Tierheim Ladeburg, das in Bernau bei Berlin Haustierbesitzern die Möglichkeit bietet, das Tier dort während der Reise abzugeben. Die Preise variieren hier wie bei jeder Pension nach der Größe des Tieres und der Art der Unterbringung: zwei Euro pro Tag für Kleintiere wie Hamster und Vögel, sechs bis zehn Euro für Katzen und sechs bis 14 Euro für Hunde. Katzen haben die Wahl zwischen Einzel- und Gruppenraum, Hunde darüber hinaus noch zwischen Außengehege und Pensionshaus.

Weitere Pensionen für Hunde finden sich vor allem in den Berliner Randbezirken und im Umland, wo es für tägliche Ausläufe weitläufige Grünflächen gibt. So zum Beispiel in Ahrensfelde auf dem Gelände des Deutschen Wach- und Schutzhund Service. Der Sicherheitsdienst, der auch Tierheimpfleger ausbildet und über eine Tierarztpraxis verfügt, nimmt für 13 bis 14 Euro pro Tag Hunde auf. Diese leben dort in Einzelhaltung mit angeschlossenem Auslauf, es gibt einen Hundepool, drei Ausbildungsplätze und Waldspaziergänge.

Ein traurig guckender Boxer im Käfig.
Das Tierheim ist als Ferienunterbringung keine Option.Foto: picture alliance / dpa

Die Unterbringung ist günstig, tierpflegerische Kompetenz ist vorhanden, die Hunde leben jedoch im Gehege. Wer für seinen Gefährten eine offene Haltung bevorzugt, für den bieten sich viele Alternativen, die mit einem familiären Umgang in Rudelhaltung werben – aber auch deutlich teurer sind. Die Preise dieser Pensionen schwanken zwischen 20 und 60 Euro pro Hund pro Urlaubstag. Für Katzen liegt der Preis im Durchschnitt bei zehn Euro, wer mehrere Katzen abgibt, zahlt prozentual weniger.

Die Qualität ist jedoch sehr unterschiedlich: Sie reicht vom Waldauslauf mit ausgebildeten Tierpflegern bis hin zur Massenhaltung im fünften Stock eines Mietshauses. Was sich hinter einer bunten Homepage tatsächlich verbirgt, kann man nur durch einen persönlichen Besuch erfahren. Tierliebe als reine Marketing-Masche – davor warnt auch Michael Begall, Leiter des Tierheims Berlin: „Es gibt unter den Pensionen leider auch schwarze Schafe, die nur kommerziell interessiert sind.“ Bevor das Tier in fremde Hände gegeben wird, sollte man daher unbedingt die Haltungs- und Pflegebedingungen vor Ort überprüfen: Wie viel Zeit haben die Betreuer, sich mit Ihrem Tier zu beschäftigen? Fragen die Pfleger nach den Futtergewohnheiten des Tieres? Werden wichtige Impfungen verlangt und gibt es eine regelmäßige tierärztliche Betreuung? Sehen die anderen Tiere gesund und gepflegt aus? Sind die Unterkünfte sauber, beheizbar und ausbruchssicher? Können die Tierpfleger ihre Sachkunde nachweisen? Das sind wichtige Fragen.

Damit Sie Ihr Tier abgeben können, muss es verträglich sein, alle Impfungen haben, und Sie brauchen eine Tierhalterhaftpflichtversicherung. Eine Übersicht guter Tierpensionen gibt die Infobroschüre „Tierisch gute Adressen“ des Tierschutzvereins Berlins, die online verfügbar ist (www.tierschutz-berlin.de). Häufig bieten die Pensionen auch einen Abholservice an. Eine zehn Kilometer weite Fahrt im Tiertaxi kostet rund 15 Euro.

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