Wirtschaft : Tierseuchen: Der rege Viehhandel in der EU

mo/brö

Mit lebendem Vieh herrscht ein reger Handel innerhalb der EU - allerdings nicht wegen Beihilfen aus Brüssel, sondern wegen unterschiedlicher Produktionskosten und Umweltauflagen in den Staaten sowie zu Zuchtzwecken. Aus EU-Ländern wurden 1999 etwa 26 300 Rinder und 1,6 Millionen Schweine nach Deutschland eingeführt. In die EU-Länder exportierte Deutschland wiederum rund 106 400 Rinder und 441 600 Schweine. Von den rund 330 000 Rindern und Kälbern, die 1999 aus EU-Staaten in Drittländer geliefert wurden, stammte mehr als ein Drittel aus Deutschland. Von dem gesamten Fleischexport an Drittländer in Höhe von 475 000 Tonnen entfielen nur 65 000 Tonnen auf Deutschland.

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Der Transport von Fleisch oder lebenden Tieren wird von der EU finanziell direkt nicht unterstützt. Lediglich für den Transport aus dem Inland in Drittländer der EU zahlt Brüssel Exportbeihilfen. Die so genannte Exporterstattung dient dazu, die bestehende Preisdifferenz zwischen dem Inlandspreis und dem niedrigeren Weltmarktpreis auszugleichen. Sie fließen an die Viehhändler, nicht an die Landwirte. Als viertgrößter Agrarexporteuer der Welt sind in Deutschland aber nur rund 13 Prozent der Agrarprodukte erstattungsfähig. Nach Berechnungen des Agrarökonomen von Witzke entfielen 1998 und 1999 im Schnitt zwölf Prozent der EU-weiten Agrarsubventionen oder fünf Milliarden Euro auf die Exporterstattung. Rund 15 Prozent davon flossen nach Deutschland.

Im Rahmen der Agenda 2000, die den Geldfluss auf dem Agrarmarkt bis 2006 regelt, werden nur noch für Milch, Milchprodukte und Rindfleisch so genannte Exporterstattungszahlungen geleistet. Seit der letzten größeren Agrarreform Anfang der 90er Jahre war man dazu übergegangen, anstatt immer höherer Stützungspreise einen Teil der Subventionen für die Landwirte in Form von höheren direkten Einkommensbeihilfen zu zahlen.

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