Wirtschaft : Tietmeyer warnt vor einem weichen Euro

Belastung für die Integration

MONTREUX (dpa).Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer hat vor einer Politisierung der Europäischen Zentralbank und einer Aufweichung der Geldpolitik gewarnt.Entsprechende Versuche müßten "letztendlich mit Vertrauensverlusten, Kapitalabflüssen und steigenden Zinsen teuer bezahlt werden", mahnte der deutsche Notenbank-Chef vor rund 700 Gästen aus Wirtschaft und Politik am Freitag in Montreux. Bei der Belegung des Streits mit Bundesfinanzminister Theo Waigel um die Höherbewertung der Gold- und Devisenreserven seien beide Seiten auf dem richtigen Weg."Ich gehe davon aus, daß wir demnächst zu einer klaren Regelung kommen", sagte Tietmeyer.Doch müsse zunächst die Sitzung des Zentralbankrates am nächsten Donnerstag abgewartet werden.In seiner Rede betonte der Bundesbankpräsident zudem, daß nur eine Europäische Währungsunion, die auf dem Fundament stabilen Geldes stehe, zur weiteren politischen und gesellschaftlichen Integration in Europa beitragen würde."Nur ein stabiler Euro kann ein Erfolg werden und europäische Identität stiften." Ein weicher Euro oder ein Euro, der innerhalb der Währungsunion Konflikte erzeuge, könne dagegen zu einer schweren Hypothek werden.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben