Tim Cook : Der Mann hinter iGod

Zum dritten Mal zieht sich Apple-Chef Steve Jobs aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktuellen Tagesgeschäft zurück. Und zum dritten Mal stellt er Tim Cook an die Spitze des Unternehmens. Doch wer ist Tim Cook eigentlich?

Thorsten Scheimann
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Zum dritten Mal zieht sich Apple-Chef Steve Jobs aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktuellen Tagesgeschäft zurück. Und zum dritten Mal stellt er Tim Cook an die Spitze des Unternehmens. Doch wer ist Tim Cook eigentlich?

Der heute 50-jährige Cook studierte Wirtschaft an der Duke und Maschinenbau an der Auburn University. Als Jobs den früheren Compaq- und IBM-Manager im Jahr 1998 zu Apple holte, war dieser nicht direkt beliebt. Der Sohn eines Werftarbeiters aus Alabama galt im Silicon Valley eher als arrogant.

Direkt zu Anfang seiner Apple-Karriere zeigte er aber seine Manager-Qualitäten. Er schloss bei dem damals angeschlagenen Unternehmen Werke, setzte komplett auf Auftragsfertigung und baute die Lagerbestände von mehreren Monaten auf einige Tage ab. Bei den immer schnelleren Modellwechseln von Apple vermied er damit unnötige Altlasten und Ladenhüter und verhalf dem Konzern so zu neuer Flexibilität.

Im Gegensatz zum egozentrischen Jobs, der bei öffentlichen Auftritten erst richtig aus sich herauskommt, besitzt Cook jedoch nicht das Showtalent seines Chefs. Öffentlichkeitsscheu agiert er hinter den Kulissen. Dort ist er aber wie Jobs auch als Workaholic und Perfektionist bekannt, der auch mitten in der Nacht noch Mails an seine Mitarbeiter schreibt.

Cook, der seit 2005 das Tagesgeschäft bei Apple verantwortet und jetzt den gesamten Konzern führt, genießt aber auch bei Investoren Vertrauen. Als er bei einer früheren gesundheitsbedingten Auszeit Jobs schon einmal vertrat, legte der Kurs der Apple-Aktie rund 60 Prozent zu. Auch seine Fähigkeiten scheinen hoch im Kurs der Investoren zu stehen. Als Gerüchte aufkamen, Cook würde Chef von Hewlett Packard werden, rutschte der Kurs von Apple ab, bis er selbst diese Spekulationen dementierte.

Cook ist ledig. Er gilt eher als einer, der leise Töne anschlägt, als Teamplayer und Zahlenmensch. Nicht aber als Produkt- oder Marketing-Genie oder gar egozentrischer Visionär. Er wird zwar immer wieder als Vorstandschef im Wartestand gehandelt, ob die Marke Apple jedoch ohne ihren Kopf Steve Jobs weiterlaufen kann wie im Moment, ist unter Experten umstritten.

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