TLG-Börsengang : Am unteren Ende der Erwartung

Die TLG Immobilien schafft den Börsengang mit einem Zugeständnis: Der Preis ist so niedrig wie möglich.

Schlecht platziert - jedenfalls der Zeitpunkt: Die TLG ging am Freitag mit einem niedrigen Preis an die Börse, weil das Umfeld seit einigen Wochen schon schlecht ist.
Schlecht platziert - jedenfalls der Zeitpunkt: Die TLG ging am Freitag mit einem niedrigen Preis an die Börse, weil das Umfeld...Foto: picture-alliance

Finanzinvestoren müssen beim Börsengang ihrer Beteiligung TLG Immobilien der unsicheren Lage an den Aktienmärkten Tribut zahlen. Die Titel des Berliner Immobilienkonzerns wurden für 10,75 Euro und damit am unteren Ende der Preisspanne von 10,75 bis 13,75 Euro verkauft, wie das Unternehmen am späten Donnerstagabend mitteilte. Andere angepeilte Börsengängen fanden allerdings vor dem Hintergrund der angespannten Lage an den Aktienmärkten erst gar nicht statt. Dem Unternehmen selbst fließen nach Abzug der Emissionskosten etwa 95 Millionen Euro zu, die Altaktionäre streichen gut dreimal soviel ein. Das Debut klappte dann ganz gut: Der erste Kurs der Aktie lag am Freitag mit 10,88 Euro knapp über dem Ausgabepreis.

Lone Star kassiert den größten Teil

Früheren Angaben zufolge will TLG mit dem Geld aus dem Börsengang Investitionen und Zukäufe finanzieren. Insgesamt hat der Börsengang ein Volumen von bis zu knapp 400 Millionen Euro. Zuletzt hatten die Börsengänge des Online-Händlers Zalando und der Start-up-Beteiligungsfirma Rocket Internet enttäuscht. TLG ist vor allem bei gewerblichen Immobilien in Ostdeutschland mit Schwerpunkt Berlin präsent und erzielt rund 35 Prozent seiner Mieteinnahmen von Lebensmittel-Einzelhändlern. Die Supermarkt-Ketten Edeka und Rewe sowie die Discounter Aldi und Lidl gehören zu den Hauptmietern

Die auf Ostdeutschland spezialisierte Gewerbeimmobilienfirma TLG war vom Bund erst vor zwei Jahren privatisiert worden. Damals hatte der Finanzinvestor Lone Star den Zuschlag bekommen. Er brachte das Unternehmen nun
an die Börse und lässt die eigene Beteiligung damit auf bis zu 40 Prozent abschmelzen. Lone Star kassiert auch den Großteil des Emissionserlöses von bis zu 396 Millionen Euro. (dpa/rtr)

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