Wirtschaft : To dot or not to dot

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Lampen braucht man immer. Ganz besonders im Winter. Wenn sich die Tage grau dahinziehen, hilft nur eines: Licht an. Bisher jedoch scheiterte die spontane Erleuchtung an technischen Hindernissen. An allen Lichtkabeln in unserer Wohnung hängen schon Leuchten. Und selbst an die Steckdosen haben wir bereits Zusatzlampen angeschlossen.

Dann sah ich im Supermarkt die DOT- its der Firma Osram. Sie hingen an der Kasse. Kleine, runde Lämpchen, mit einem Alurahmen in sechs verschiedenen Farben (Silber, Schwarz, Rot, Orange, Pink und Lemon). 9,99 Euro kosteten sie – drei kleine Micro-Batterien inclusive.

Das Prinzip ist kinderleicht. Man packt die Lampe aus, zieht die Schutzfolie an der Rückseite ab und klebt die Lampe dahin, wo man sie braucht. Ich habe sie an die Tapete im Flur geklebt, weil kurz zuvor unser Flurlicht seinen Betrieb eingestellt hatte. Dann drückt man auf die Vorderseite, und im Nu leuchtet die Lampe.

Leider nicht sehr hell. Drei LED-Birnen verbreiten insgesamt 0,9 Watt. Für unseren Miniflur hätten wir mindestens 20 DOT-its gebraucht, um den Weg zum Schuhschrank unfallfrei zu finden. Das hätte uns stolze 200 Euro gekostet – ziemlich viel für eine Flurbeleuchtung.

Also habe ich das Lämpchen wieder abgenommen. Jetzt benutze ich es als Leselicht abends im Bett, wenn ich niemanden stören möchte. Dafür reicht das Licht. Allerdings muss ich mein DOT-it dabei in der Hand halten. Denn anders als es die Firma Osram verspricht, kann man das Licht keinesfalls bis zu 20 Mal an verschiedene Stellen kleben. Nach dem Flur wanderte unsere Lampe zunächst ins Kinderzimmer und klebte dort am oberen Etagenbett. Bis es des Nachts abstürzte und beinahe dem unten schlafenden Kind auf den Kopf gefallen wäre.

Aber genug der Mäkelei. Als Handlampe ist das DOT-it wirklich prima. Glaubt man Osram, ist die Lampe nicht nur ausdauernd, sondern auch extrem flexibel. 100 Stunden soll sie brennen, dann kann man die Batterien wechseln, und es geht weiter. Außerdem soll sie auf allen möglichen Materialien kleben. Das mag sein, allerdings – siehe oben – nur einmal. Wer die Lampe stationär einsetzen will, sollte sich gut überlegen, wo sie hin soll. Die Firma Osram hat sich viele Gelegenheiten ausgedacht, für die ihre Lampe nützlich sein könnte. Im Auto als Handschuhfachbeleuchtung, beim Joggen, Skaten oder Radfahren. Als einziges Licht am Rad reicht DOT-it jedoch nicht aus, bei Verkehrskontrollen droht ein Bußgeld.Beim letzten Oktoberfest gab es Lebkuchenherzen mit der Aufschrift „Drück mich“ und einem aufgeklebten DOT-it darunter. Für solche Scherze ist die Lampe gut geeignet. Sie ist schick und sie ist einfach zu bedienen. Man kann sie in die Tasche stecken und mitnehmen. Den grauen Winter erleuchten kann sie nicht.

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