Wirtschaft : Töpfer: nachhaltige Finanzdienstleistungen

BERLIN (Sp).Banken und Versicherungen hätten eigenes Interesse an einer Geschäftspolitik, die umweltfreundliches Wirtschaften gewährleiste, sagte am Montag der Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer.Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum "Greening the Financial Sector", das die Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG) in Berlin ausrichtet, sagte der ehemalige Bundesumweltminister, es sei unabdingbar, daß umweltrelevante Gesichtspunkte in die Geschäftsentscheidungen integriert werden.An der Konferenz nehmen etwa 100 Vertreter aus der Finanzbranche aus über 30 Ländern teil.Die noch amtierende Bundesumweltministerin Angela Merkel, die ebenfalls angekündigt war, ließ sich vertreten.Das Interesse an der Konferenz zeige, wie wichtig "grüne" Investitionen, Umwelt- und Klimaschutz für den Finanzsektor seien, sagte Töpfer.

Ziel des Forums sei es, die private Wirtschaft aus Eigeninteresse zur Mitarbeit an ökologischen Entwicklungsprogrammen zu gewinnen.Es gehe darum, die Wachstumsdynamik der "grünen Märkte" zu nutzen.Motivation schöpften die Unternehmen aus den sprunghaft angestiegenen Schäden aus Naturkatastrophen, die von Menschen verursacht seien, sagte Töpfer.Als Beispiele nannte er die jüngsten Überschwemmungen in China oder die Bodenerosion durch Rodungen.Es liege im Interesse der Unternehmen, Vorhaben zu versichern und zu finanzieren, die solche vorhersehbaren Risiken nicht in sich trügen.

Das Internationale Wirtschaftsforum soll dem Dialog internationaler Finanzdienstleister dienen und deren betriebswirtschaftliches Gewinnstreben mit dem allgemeinen Interesse an ökologisch verträglichen Investitionen verbinden.Darüber hinaus solle die Konferenz helfen, neue und dauerhafte Kontakte zwischen Finanzexperten aus aller Welt zu etablieren, sagte der Geschäftsführer der CDG, Bernd Schleich.Barbara Schuster, die Merkel vertrat, lobte den Beitrag, den Banken und Versicherer schon jetzt für die Umwelt leisteten.Auch Schuster sprach sich gegen Zwangsmaßnahmen aus.Ihr Ministerium setze auf die Freiwilligkeit der Investitionsentscheidungen.

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