Wirtschaft : Tokio schnürt Hilfspaket für Banken

Regierung gibt 136 Mrd.DM

TOKIO (dpa).Tokios Hilfspaket zur Stabilisierung des Finanzwesens wird wahrscheinlich einen Fonds von zehn Billionen Yen (136 Mrd.DM) enthalten, der aus Regierungsanleihen gespeist wird.Hashimoto habe einen solchen Topf als notwendig für die Stabilität des Finanzsystems bezeichnet, teilte der Generalsekretär der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP), Koichi Kato, am Freitag nach einem Treffen mit Hashimoto mit. Die LDP arbeitet an einem Paket, das die Regierung voraussichtlich am kommenden Dienstag vorlegen wird, um das Vertrauen in Japans Banken, Wertpapierhäuser und Versicherungen wiederherzustellen, das nach den Pleiten einer Reihe auch renommierter Institute gesunken ist.Zu den Überlegungen gehört auch eine Stärkung der schwächlichen japanischen Einlagensicherungssysteme. Hashimoto glaubt nach Angaben Katos nicht, daß mit dem Milliarden-Topf das Ziel unterlaufen wird, die Haushaltsdefizite von 5,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts zu senken und längerfristig die Staatsverschuldung abzubauen, die 95 Prozent des Bruttoinlandprodukts beträgt.Das Geld werde in keinem Falle für öffentliche Ausgaben zur Konjunkturbelebung oder für Steuersenkungen verwendet. Zehn Billionen Yen hatte vor einiger Zeit ein dem führenden Industrieverband Keidanren nahes Forschungsinstitut als notwendige Summe genannt, um das Problem der faulen Kredite im Finanzwesen zu bereinigen und Sparer und Anleger bei Konkursen zu schützen.Voraussetzung für öffentliche Mittel seien die Liquidation bankrotter Institute und Verfolgung dubioser Geschäftspraktiken. Die Börse von Tokio kam am Freitag vergleichsweise glimpflich davon: Der Nikkei-Index fiel um 2,6 Prozent oder 427,97 auf 16 050,15 Zähler.Damit hielt sich der japanische Aktienmarkt weitaus besser als die anderen Märkte der Region.Dort fielen die Kurse auf dem Parkett um teilweise über sieben Prozent.

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