Wirtschaft : Tokyo Mutual Life: Neue Milliardenpleite in Japans Versicherungswirtschaft

Die Finanzkrise in Japan lässt die Kette von Versicherungspleiten nicht abreißen. Am Freitag beantragte die über hundert Jahre alte Lebensversicherung Tokyo Mutual Life Insurance Gläubigerschutz, nachdem sich die Daiwa Bank weigerte, dem Unternehmen eine dringend benötigte Milliardenhilfe zur Verfügung zu stellen. Tokyo Mutual hatte auf eine Finanzspritze von 30 Milliarden Yen (532 Millionen Mark) gehofft. Das Unternehmen zeigte sich aber weiter zuversichtlich, mit Hilfe eines "weißen Ritters" aus dem Ausland, einen Weg aus der Krise zu finden. Japanischen Presseberichten zufolge gelten die schweizerisch-amerikanische Investmentbank Credit Suisse First Boston und die US-Gruppe GE Capital als mögliche Interessenten. Das Unternehmen sei von der Absage der Daiwa Bank, die selbst in finanziellen Schwierigkeiten steckt, vollkommen überrascht worden, sagte Tokyo-Mutual-Chef Kenichi Nakamura. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus in Japan konnte Tokyo Mutual, wie viele andere Versicherer auch, seinen Kunden, die während der Boom-Zeit in den 80er Jahren versprochenen hohen Renditen nicht mehr zahlen. Der jüngste Abwärtssog an den Aktienmärkten habe die finanzielle Lage weiter verschlechtert, sagte Nakamura, der seinen Rücktritt erklärte.

Der drohende Konkurs von Tokyo Mutual Life wäre bereits der siebte Konkurs einer japanischen Lebensversicherung seit dem Jahr 1997. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt waren im vergangenen Oktober zuletzt die Versicherungen Kyoei Life und Chiyoda Mutual zusammengebrochen.

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