TOMATENKETCHUP IM TEST Süßes für die Grillsaison : Rote Versuchung

18 von 23 sind „gut“ / Kinderprodukte überflüssig

Yasmin El-Sharif
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Wer hätte gedacht, dass Cola und Tomatenketchup mehr miteinander gemeinsam haben als etwa Ketchup und Mayonnaise? Zumindest lässt ein Test der Stiftung Warentest diese Schlussfolgerung zu: Bis zu 48 Stück Würfelzucker stecken in einem halben Liter Ketchup und damit in etwa genauso viel wie in der schwarzen Limonade, fanden die Tester heraus. Nun trinken viele Menschen schon mal einen halben Liter Cola in kurzer Zeit, dagegen kommt es eher selten vor, dass jemand einen halben Liter Ketchup runterkippt. Das dürfte auch ein Grund gewesen sein, warum die von der Stiftung Warentest untersuchten Tomatenketchups nicht gleich alle als „mangelhaft“ eingestuft wurden. Im Gegenteil: Von den 23 getesteten Sorten erreichten sogar 18 ein „gutes“ Gesamturteil.

Knapper Sieger nach Punkten ist demnach Vitakrone von Lidl (Note: 1,8). Die Halbliterflasche kostet nur 55 Cent. Den zweiten Platz teilen sich die günstigen Marken Kim von Aldi (Süd), Chez Pierre von Penny und Tip. Außerdem noch die teureren Markenprodukte Werder, Knorr, M (McDonald’s) und Heinz sowie der Bio-Ketchup von Alnatura.

In der Sensorikprüfung, in der beurteilt wird, wie ein Produkt riecht, schmeckt, aussieht und welche Konsistenz es hat, schnitten fast alle Ketchups „gut“ ab. Nur bei den Marken Eden und Rapunzel fanden sich laut Stiftung Warentest Fehler: Die teuren Bio-Ketchups sind sehr dünnflüssig.

Schlechtere Qualitätsurteile vergaben die Tester vor allem dann, wenn die Kennzeichnung auf den Produkten Mängel aufwies. So werben etwa fünf Hersteller mit dem Zuckergehalt nicht ganz korrekt oder geben ihn falsch an. Aldi (Nord) etwa bewirbt seinen mit Süßstoffen gesüßten Ketchup Delikato light als gänzlich zuckerfrei. Das stimme aber nicht, kritisieren die Tester. Denn Tomaten enthalten von Natur aus Zucker. Deswegen ist das Gesamturteil nur „ausreichend“.

Auch die drei exemplarisch ausgewählten Kinderprodukte im Test (Heinz Kids, Bautz’ner Quetch’up und Knorr Ketchupi) werben mit der Aufschrift „30 Prozent weniger Zucker“. Im Vergleich zum Durchschnitt aller getesteten Ketchupsorten stimmt diese Werbeaussage bei keinem der drei Kinderprodukte. In zwei Fällen trifft die Aussage noch nicht mal im Vergleich zu den klassischen Ketchups aus dem eigenen Haus zu. Nur bei Heinz Kids ist die Werbebotschaft korrekt. Allerdings ist der klassische Heinz-Ketchup mit den besagten 48 Stück Würfelzucker pro 0,5 Liter auch die größte Zuckerbombe im Test. Das Fazit der Warentester lautet daher: Spezieller Kinderketchup ist unnötig und dazu häufig teurer. Yasmin El-Sharif

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