Wirtschaft : Top-Manager verlassen Kirch-Media Sportrechtechef Liegl und Finanzchef Schroder gehen ab

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München (nad). Mitten im turbulenten Bieterwettkampf um die Übernahme von Kirch-Media gehen bei dem insolventen Film- und Sportrechtehändler Manager in Schlüsselpositionen von Bord: Jetzt haben Sportrechte-Chef Alexander Liegl und Finanzchef Herbert Schroder das Unternehmen verlassen. Der Abgang Schroders gilt unternehmensintern nicht als Überraschung, weil der Manager bereits im Rahmen der für diesen Sommer geplanten Fusion mit der Pro-Sieben-Gruppe hätte abgelöst werden sollen.

Liegls Abschied von Kirch-Media nährt Spekulationen, wonach das Unternehmen zerschlagen und in Einzelteilen verkauft werden könnte. Zu dieser Option wollte sich ein Sprecher von Kirch-Media am Montag aber nicht äußern. Aus dem Bieterkonsortium der Verlage Springer, Bauer und der Hypo-Vereinsbank war in der vergangenen Woche verlautet, dass der Sportrechtehandel bei der Offerte zur Übernahme von Kirch-Media nicht enthalten sei.

Unterdessen sieht es so aus, als könnten die Verlage Springer und Bauer doch im Bieterwettbewerb um Kirch Media bleiben. Aus Finanzkreisen verlautete am Montag, die Verlage dürften möglicherweise einen tieferen Blick in die Bilanzen werfen, obwohl das Konsortium um den Springer-Verlag sein Angebot bisher nicht aufgestockt habe. Am Wochenende war die Gruppe vorläufig aus dem Kreis der Favoriten herausgefallen, weil den Kirch-Sanierern das Angebot in Höhe von 1,4 Milliarden Euro zu niedrig war.

In der engeren Wahl bleiben offenbar auch das Konsortium aus Commerzbank und dem Hollywood-Studio Columbia, der US-Milliardär Haim Saban in Kooperation mit dem französischen Medienkonzern TF1 und die Gruppe um die Investmentbank Lehman Brothers, zu der der Handelskonzern Rewe und die Kingdom Holdings des saudischen Prinzen Al Waleed gehören sollen. Angeblich verhandelt die Gruppe auch mit dem italienischen Media-Set-Konzern über einen Beitritt zum Konsortium. Die Angebote der Bietergruppen sollen zwischen 2,3 und 2,6 Milliarden Euro liegen. Bis Anfang September soll der endgültige Investor feststehen.

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