Wirtschaft : Toshiba: Speicherchip-Sparte auf dem Markt

Der japanische Konzern Toshiba hat seine Speicherchipsparte offenbar der südkoreanischen Samsung Electronics zum Kauf angeboten, ist aber auch mit Infineon weiter in Gesprächen über eine Kooperation in diesem Bereich. Samsung erklärte am Dienstag, Toshiba habe Samsung das Geschäft für DRAMs (Dynamic Random Access Memory) angeboten. Ein Infineon-Sprecher sagte dazu, die Gespräche mit Toshiba über eine Kooperation im Speicherbereich liefen dennoch weiter. Toshiba wollte die Angaben von Samsung und Infineon nicht kommentieren.

Die Chiphersteller kämpfen derzeit mit der schlimmsten Nachfrageschwäche in der Geschichte der Branche und suchen deshalb nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Infineon hatte Gespräche mit Toshiba über eine Kooperation bei Speicherchips am Montag bestätigt, was der zuletzt arg unter Druck stehenden Infineon-Aktie moderate Kursgewinne bescherte.

Toshiba hatte am Montag angekündigt, das DRAM-Geschäft ausgliedern und mit dem eines Partners zusammenlegen zu wollen, aber keine Namen genannt. Samsung-Sprecher Kevin Jeong sagte der Nachrichtenagentur Reuters hingegen, der Branchenführer bei DRAM-Chips habe ein Verkaufsangebot von Toshiba erhalten. "Soviel ich weiß, hat Toshiba weltweit verschiedene Hersteller von DRAM-Chips kontaktiert", fügte er hinzu. So verhandle Toshiba möglicherweise mit japanischen Chipproduzenten wie NEC und Elpida, einem Joint Venture von NEC und Hitachi.

Analysten sehen für Toshiba allerdings wenig Chancen, die DRAM-Sparte verkaufen zu können. Die weltweiten Chiphersteller versuchten derzeit eher, ihre Abhängigkeit von den schwankungsanfälligen Speicherchips zu verringern. "Samsung ist sicher nicht sehr interessiert an dem Angebot", sagte Jay Kim, Halbleiteranalyst bei ING Barings in Seoul. Auch für Infineon sei ein Kauf der Toshiba-Sparte nicht sinnvoll, hieß es bei den Experten. "Das liefe der Strategie des Unternehmens total entgegen", sagte Merck-Finck-Analyst Theo Kitz. Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, die Abhängigkeit von der Speicherchipsparte reduzieren zu wollen. Eine gute Lösung ist nach Ansicht der Analysten dagegen ein Joint-Venture von Infineon und Toshiba, die bereits bei der Entwicklung von Speicherchips zusammenarbeiten.

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