Tourismus : DTZ soll umziehen

Der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), Hanns Peter Nerger, hat den Umzug der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) nach Berlin gefordert.

Berlin - Die Institution mit Sitz in Frankfurt/Main müsse "endlich nahe der Bundesregierung und mit ihrer Lobbyarbeit dicht am Parlament operieren", sagte Nerger. In der Hauptstadt würden längst zahlreiche andere Zentralen in der Tourismusbranche wie zum Beispiel von Reisebüro- oder Hotel- und Gaststättenverbänden arbeiten. Eine Sprecherin der DTZ lehnte die Umzugsforderung jedoch ab.

"Die DZT beabsichtigt keinen Umzug nach Berlin - wir sind auch nicht nach Bonn umgezogen, als Bonn Hauptstadt war", sagte Sprecherin Beate Kilian in Frankfurt/Main. "Wir sind die Marketingorganisation für das Reiseland Deutschland und betreiben keine Lobbyarbeit", sagte Kilian weiter. Die Tourismuszentrale wirbt seit mehr als 50 Jahren weltweit für Tourismus in Deutschland. 2006 wurden insgesamt 351,4 Millionen Übernachtungen gezählt.

"Umzug in den nächsten drei Jahren"

Nach Nergers Vorstellungen sollte ein möglicher Umzug "in den nächsten drei Jahren über die Bühne gehen". Etwa 150 Mitarbeiter wären davon betroffen. Einen möglichen Standort konnte Nerger noch nicht nennen. "In Berlin gibt es wirklich genügend hervorragende Bürostandorte, auch in zentralen Lagen", sagte der Tourismusmanager. Auch der zu erwartende Hinweis auf die möglicherweise zu hohen Kosten könne ihn nicht abschrecken, sagte Nerger. "Der Umzug kostet nur ein Mal Geld, hätte aber über lange Zeit positive Effekte."

Nerger kündigte an, dass sich die Tourismus Marketing GmbH und die Deutsche Zentrale für Tourismus bereits bei der bevorstehenden Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin (7. bis 11. März) an einem gemeinsamen Stand präsentieren werden. "Das hat in einigen Länder-Verbänden zu etwas Unruhe geführt", teilte Nerger mit. Kritiker sehen die Neutralität des Dachverbandes gefährdet. "Es liegt da ein gewisses Kirchturmdenken in einigen Ländern vor", meinte Nerger.

Tourismusboom durch WM

Die Fußball-WM und der anhaltende Boom bei Städtereisen hatten der deutschen Tourismusbranche im Vorjahr das größte Übernachtungsplus seit sechs Jahren beschert. Die mehr als 351 Millionen Übernachtungen bedeuteten eine Steigerung um zwei Prozent. Mit knapp 16 Millionen Übernachtungen erzielte Berlin bei einem Plus von 8,8 Prozent bei den Städten Rekordwerte und peilt erstmals 20 Millionen Übernachtungen für das Jahr 2010 an. Einen Besucherrekord stellte auch das Märchenschloss Neuschwanstein auf. 1,26 Millionen Touristen besichtigten nahe Füssen im Ostallgäu das Schloss von König Ludwig II. (1845 - 1886). (tso/dpa)

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