Tourismus : Machtkampf um TUI geht weiter

Kurz vor der TUI-Hauptversammlung am Mittwoch gibt sich die Fredriksen-Gruppe kämpferisch. Die Gruppe um den größten TUI-Aktionär John Fredrikson will Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow stürzen.

Hannover"Wir sind nicht hier, um Aktien zu verkaufen, sondern um den Kampf um die Unternehmenskultur zu gewinnen", sagte der Vertraute von Fredriksen, Tor Olav Troim, vor der Hauptversammlung am Mittwoch in Hannover. Der TUI-Spitze um Vorstandchef Michael Frenzel warf er vor, keinen klaren Kurs zu fahren und in den vergangenen Jahren Werte vernichtet zu haben. "Er hat das Unternehmen schwach gemacht", sagte Troim.

Allerdings könnten sich Aktionäre das Management nicht aussuchen. Deshalb wolle die Fredriksen-Gruppe Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow stürzen. Persönlich habe er gar nichts gegen ihn, er kenne ihn nicht einmal. "Aber was er tut, ist nicht gut für die Aktionäre", sagte Troim. Zugleich betonte er: "Wir sind nicht gekommen, um Krach zu schlagen. Aber die Gruppe habe eine Milliarde US-Dollar in die TUI investiert. Deshalb wolle er für die Rechte des Unternehmens kämpfen.

Der Fredriksen-Gruppe gehe es dabei allein um die Schifffahrt. Troim wandte sich auch gegen Pläne von Frenzel, die Reederei-Tochter Hapag-Lloyd schnell zu verkaufen. Das sei nicht möglich, sagte er - höchstens zu einem zu geringen Preis. Angesichts des schwachen Finanzmarktes sei für Hapag-Lloyd im Augenblick kein fairer Preis zu erzielen. Fredriksen setze sich deshalb dafür ein, die Sparte vom TUI-Konzern abzulösen, weiterzuentwickeln und an die Börse zu bringen. Eine Partnerschaft mit einer asiatischen Reederei hielte er für günstig, wegen der möglichen Synergien.

Das Reisegeschäft nannte Troim dagegen problematisch. "Damit kann man kein Geld verdienen." Der Erlös aus einem Verkauf von Hapag-Lloyd müsse den Aktionären zugutekommen und dürfe nicht in den Ausbau des Reisegeschäftes gesteckt werden. "Alles Geld gehört den Aktionären und sie sollten entscheiden, was damit geschieht. (th/dpa)

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