Tourismus : Thomas Cook will Condor komplett übernehmen

Der Ferienflieger Condor verlässt endgültig seine frühere Muttergesellschaft Lufthansa. Der deutsch-britische Touristikkonzern Thomas Cook kündigte am Montag in London an, seine Kaufoption auf das knappe Viertel der Condor-Aktien im Besitz der Lufthansa ausüben zu wollen.

Thomas Cook
Gehört bald komplett zu Thomas Cook: Condor -Foto: dpa

London/Frankfurt(Main)Die Lufthansa hatte vor gut zwei Jahren mit der Thomas-Cook-Mutter Arcandor einen Kaufpreis von 77,19 Millionen Euro für die restlichen Aktien ausgehandelt. Die gemeinsame Geschichte der Lufthansa und ihrer früheren Ferienflug-Tochter Condor geht damit nach mehr als 53 Jahren zu Ende. Die Aktien von Thomas Cook und Lufthansa reagierten am Montag kaum auf die Nachricht.

Die Lufthansa wollte die Äußerungen von Thomas Cook auf Nachfrage nicht kommentieren. Eine Sprecherin bestätigte jedoch, dass Thomas Cook ab sofort die Kaufoption für den 24,9-prozentigen Anteil an Condor ausüben kann. Dieser liegt bei der Lufthansa, seit die Airline Anfang 2007 ihre Thomas-Cook-Beteiligung an die damalige KarstadtQuelle AG verkauft hat. Damals hatten beide Unternehmen vereinbart, dass die Lufthansa die Beteiligung noch zwei Jahre lang halten muss.

Flugbetrieb seit 1955

Condor war Ende 1955 als Deutsche Flugdienst GmbH gegründet worden und mit drei Propellerflugzeugen gestartet. Neben der Lufthansa gehörten der Norddeutsche Lloyd, die Hamburg-Amerika-Linie und die Deutsche Bundesbahn zu den Gründungsgesellschaftern. Nachdem der Ferienflieger ab 1959 ganz zur Lufthansa gehörte, wurde er in Condor umbenannt und 1997 mit der KarstadtQuelle-Tochter Nur Touristic (Neckermann Reisen) zusammengeführt, die heute unter Thomas Cook firmiert.

Die Suche nach einer anderem Geschäftspartner für Condor brach Thomas Cook Ende September ab. Die Fluggesellschaft soll jüngsten Angaben zufolge als eigenständige Airline im Konzern verbleiben. Ein bereits vereinbarter Zusammenschluss von Condor mit Air Berlin war Mitte 2008 geplatzt. Wenig später geführte Gespräche über ein Dreierbündnis mit der Tui-Fluggesellschaft Tuifly und dem Lufthansa-Ableger Germanwings führten gar nicht erst zu einem Vertrag. Mittlerweile sprechen Air Berlin und Tuifly über ein mögliches Zusammengehen. Eine Entscheidung erwartet Tui-Travel-Chef Peter Long bis Ende März. (rope/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben