Tourismus : Tui will weitere Stellen abbauen

Der Touristikkonzern Tui will offenbar bis zu 4000 Stellen streichen. Laut Presseberichten ist eine Kostensenkung von mehr als 200 Millionen Euro geplant.

Hamburg/Frankfurt - Der Konzernvorstand gebe dem massiven Drängen von Finanzinvestoren nach und wolle in der Touristik weitere 3500 bis 4000 Stellen abbauen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Einen entsprechenden Sanierungsplan solle der Aufsichtsrat am kommenden Donnerstag genehmigen. Die meisten Jobs sollen demnach im Ausland wegfallen, vor allem in Großbritannien und Frankreich. Aber auch in der Konzernzentrale in Hannover müssten nochmals "sehr viele hundert" Jobs eingespart werden.

Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet von drastischen Einschnitten und einem erheblichen Personalabbau im Tui-Stammgeschäft. Demnach sollen die Kosten in der Touristiksparte bis 2008 um mehr als 200 Millionen Euro gesenkt werden. Dennoch werde die TUI ihre bisherigen Ertragsziele aller Voraussicht nach verfehlen. Die Kosten für den Restrukturierungs- und Sozialplan dürften sich auf etwas mehr als 100 Millionen Euro summieren. Davon werde vermutlich ein großer Teil über Rückstellungen im Jahresabschluss 2006 verbucht. Dieser Sonderaufwand werde also deutliche Spuren in der Ertragsrechnung hinterlassen. Falls überdies, wie manche Analysten befürchten, Firmenwertabschreibungen erforderlich werden, könnte der Konzern im laufenden Jahr sogar in die Verlustzone rutschen.

"Zwei-Säulen-Strategie" soll beibehalten werden

Der anstehende Mitarbeiterabbau sei offenbar nur ein Teil des Sanierungspakets, das der Tui-Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel dem Aufsichtsrat präsentieren und am kommenden Freitag der Öffentlichkeit mitteilen wolle, berichtet die "SZ" weiter. Die von Investoren heftig kritisierte "Zwei-Säulen-Strategie" mit den Sparten Touristik und Schifffahrt wolle Frenzel aber zunächst beibehalten. Tui wollte sich vor der Aufsichtsratssitzung nicht dazu äußern und nannte die Zahlen der "SZ" gegenüber Spekulation.

Schon seit Monaten setzen Finanzinvestoren Frenzel unter Druck und fordern eine Zerschlagung des Konzerns in zwei Aktiengesellschaften für die Touristik und die Schifffahrt, weil sie darin einen höheren Wert vermuten. Die Börse bewertet den gesamten Konzern nur noch mit knapp vier Milliarden Euro. Diesen Wert messen Unternehmenskenner aber schon allein der Schifffahrts-Tochter Hapag-Lloyd zu. (tso/AFP)

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