Wirtschaft : Tourismus und Gastronomie

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Die Reisebranche in den Hochwassergebieten ist schwer getroffen. „Um die 200 Reisebüros sind zerstört“, sagt Christian Boergen vom Deutschen Reisebüro-Verband (DRV). Computersysteme und Inneneinrichtungen müssten ersetzt werden – der DRV habe bereits 20 Millionen Euro für den Wiederaufbau beantragt. Weitaus schlimmer sei allerdings die anstehende Reiseunlust der Einwohner der betroffenen Regionen. „Vier Millionen Deutsche wohnen dort – und es ist klar, dass die meisten in den nächsten zwei Jahren nicht das Geld haben werden, um eine Reise zu buchen“, sagt Boergen. Selbst wenn die Reisebüros wieder instand gesetzt seien, würden die Kunden ausbleiben. „Hier rechnen wir mit Buchungsausfällen von mehreren Milliarden Euro“, sagt Boergen. Die Stornierung der Reisen in die Katastrophenregion sei weniger schlimm. Es sei im Moment nicht die Saison für Städte- und Kulturreisen.

Bei den Hotels und Gaststätten sieht es nicht besser aus. Allein in Sachsen und in Sachsen-Anhalt befürchtet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) den Verlust von mehreren tausend Arbeitsplätzen. Der genaue wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Betriebe in den neuen Ländern insgesamt und in Bayern lasse sich im Moment kaum einschätzen. „In vielen Fällen müssen wir aber von existenziellen Bedrohungen ausgehen“, sagte Verbandsvorstand Fritz G. Dreesen. Tourismus und Gastronomie hatten schon vor den Überschwemmungen gelitten: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat die Branche im ersten Halbjahr 2002 um drei Prozent gesunkene Übernachtungszahlen hinnehmen müssen. Die Reiseveranstalter und Büros leiden schon seit Monaten unter einem zwölfprozentigen Buchungsrückgang. fw

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