Wirtschaft : Touristen strömen in die Städte

Das meiste Geld geben sie beim Shoppen aus

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Berlin - Vom wachsenden Tourismus in Deutschland profitieren vor allem die Städte. Während die Zahl der Übernachtungen von 1993 bis 2005 insgesamt um 11,5 Prozent gestiegen ist, kamen die touristisch relevanten Städte auf ein Plus von 40,2 Prozent. Die wichtigsten zwölf Städte – darunter auch Berlin – verzeichneten sogar 67,1 Prozent mehr Übernachtungen. Das geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft DWIF Consulting im Auftrag des Deutschen Tourismusverbandes und des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Laut Statistischem Landesamt wurden im vergangenen Jahr allein in Berlin 14,6 Millionen Übernachtungen gezählt.

Insgesamt haben in den vergangenen drei Jahren 12,9 Millionen Personen eine Städtereise in Deutschland gemacht. Für die kommenden drei Jahre haben dies sogar 22,3 Millionen Menschen vor. „Der Markt hat enorme Wachstumschancen“, sagte Studienleiter Mathias Feige. Allerdings müssten sich die Städte noch stärker auf die Bedürfnisse ihrer Gäste einstellen. So entfallen von insgesamt 2,2 Milliarden touristischen Aufenthaltstagen 68 Prozent auf Tagesausflügler. „Das ist ein Megamarkt“, sagte Feige. „Aber im Marketing der Städte finden Tagestouristen noch zu wenig Beachtung.“

Geschäftsreisen machen 19 Prozent der Aufenthaltstage aus, auf Besuche bei Verwandten und Bekannten entfallen acht Prozent. Klassische gewerbliche Übernachtungen hingegen stehen nur für fünf Prozent des Städtetourismus. Entsprechend viel Geld fließt in die Kassen des Einzelhandels und der Gastronomie, vergleichsweise wenig dagegen in das Beherbergungsgewerbe (siehe Grafik).

Verbesserungsbedarf sieht die Studie auch bei den Internetauftritten der Städte. So bieten weit weniger als die Hälfte der Städte eine nach Preisklassen sortierte Zimmersuche an. awm

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