Touristik : Thomas Cook lässt Urlauber für hohen Ölpreis zahlen

Die Fluggesellschaften haben ihren Kerosinzuschlag schon erhöht, nun zieht Reiseveranstalter Thomas Cook nach. Das könnte Signalwirkung für die Branche haben.

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Über den Wolken wird es für Thomas-Cook-Kunden teurer.
Über den Wolken wird es für Thomas-Cook-Kunden teurer.Foto: dpa

Die steigenden Ölpreise kommen jetzt bei den Reisenden an. Am Wochenende hatte der zweitgrößte deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook angekündigt, für Flugreisen ab dem 1. April einen Kerosinzuschlag zu erheben, der – je nach Strecke – zwischen sieben und 29 Euro betragen soll. Ob sich Branchenprimus Tui dem anschließt, ist noch offen. Jedoch räumte eine Sprecherin am Montag ein: „Wir prüfen, ob wir einen Zuschlag einführen.“

Auch die Fluggesellschaften beobachten die Preisentwicklung beim Öl. Weil sich die Weltwirtschaft erholt und die Nachfrage nach Öl steigt, wird der Rohstoff immer teurer. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte Brent hatte im vergangenen September noch 75 Dollar gekostet, am Montag waren es über 102 Dollar. Die Ägypten-Krise hatte die Preisentwicklung in den vergangenen Tagen zusätzlich angeheizt.

Die beiden größten deutschen Fluggesellschaften, Lufthansa und Air Berlin, hatten bereits Ende Januar ihre Kerosinzuschläge erhöht. Lufthansa berechnet seit dem 25. Januar für Kurzstrecken 26 Euro (plus zwei Euro) und für interkontinentale Flüge zwischen 92 und 107 Euro (plus zehn Euro), Air Berlin hatte am 20. Januar die Kerosinzuschläge um drei bis fünf Euro heraufgesetzt. Kurzstrecken werden jetzt mit einem Zuschlag von 30 bis 33 Euro, Langstrecken mit einem Aufschlag von 92 Euro belastet.

Ob eine weitere Preisrunde ansteht, ist noch offen. „Das hängt vom Ölpreis ab“, heißt es bei Air Berlin und Lufthansa. „Die Entscheidung kann aber sehr kurzfristig fallen“, gibt Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky zu bedenken. Für 2011 rechnet der Lufthansa-Konzern mit Treibstoffkosten von 6,5 Milliarden Euro, 2010 waren es – Schätzungen zufolge – 5,3 Milliarden Euro. Anders als die großen Konkurrenten verzichten die Billigflieger Germanwings und Easyjet bislang auf Kerosinzuschläge und wollen daran auch zunächst festhalten.

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