Wirtschaft : Toyota ruft 1,7 Millionen Autos zurück In Deutschland sind 24 000 Wagen betroffen

Jan Keuchel (HB)/Tsp

Tokio - Die Nachricht kommt zu einem denkbar unglücklichen Zeitpunkt. Erst vor wenigen Wochen hatte Toyota mit einer weiteren Millionen-Strafzahlung an die US-Verkehrssicherheitsbehörde das Rückrufdesaster des vergangenen Jahres ein Stück weiter hinter sich gelassen. Dann konnte der japanische Autohersteller am Montag stolz verkünden, weiterhin der weltgrößte Kfz-Produzent zu sein. Und nun muss Toyota erneut 1,7 Millionen Autos in die Werkstätten zurückbeordern.

Grund für den erneuten Rückruf sind Probleme an der Kraftstoffleitung. Diese könne undicht werden und so zu Benzingeruch im Auto führen. Während in Japan Modelle der Serie Voxy, Noah und Isis sowie der RAV4-Minivan betroffen sind, geht es in Deutschland nur um rund 24 000 Fahrzeuge des Toyota Avensis sowie um 660 Wagen der Tochter Lexus. Europaweit müssen 135 000 Autos überprüft werden. Die Besitzer würden nun angeschrieben, die entsprechenden Teile ersetzt. Unfälle oder gar Verletzte habe es wegen des Defektes bisher keine gegeben, weltweit hätten aber 117 Kunden Benzingeruch beanstandet. Auf dem wichtigen US-Markt werden rund 245 000 Lexus einem Check unterzogen.

Insgesamt hat Toyota damit seit Ende 2009 über 12 Millionen Pkw in die Werkstätten zurückgeholt. Laut einer Schätzung des Branchenkenners und Autoexperten Koji Endo werde der erneute Rückruf Toyota rund 20 Milliarden Yen (178 Millionen Euro) kosten. Ein Sprecher des Unternehmens wollte sich zur Größe des Schadens nicht äußern.

Derweil laufen die Geschäfte des deutschen Toyota-Händlers Weller glänzend. Die Gruppe, die auch die Marken BMW/Mini und VW/Audi/Skoda vertreibt, habe 2010 mehr als 40 000 Fahrzeuge abgesetzt und zusammen mit dem After- Sales-Geschäft einen Umsatz von rund 830 Millionen Euro erwirtschaftet, teilte Weller mit. 2011 will die Gruppe, die sich aus Berlin zurückgezogen hat, die Eine-Milliarde-Umsatz-Marke erreichen und mehr als 50 000 Neu- und Gebrauchtwagen verkaufen. Jan Keuchel (HB)/Tsp

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