Wirtschaft : Toyota vor GM vor Volkswagen

Japaner mit 9,75 Millionen Neuzulassungen / Daimler kooperiert mit Ford.

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Berlin - Platz eins für Toyota: Der Autokonzern war 2012 wieder weltgrößter Hersteller – vor General Motors (GM) und Volkswagen. Mit 9,75 Millionen verkauften Fahrzeugen lagen die Japaner deutlicher als erwartet vor den Wettbewerbern aus den USA und Deutschland. GM hatte im vergangenen Jahr 9,3 Millionen, der VW-Konzern knapp 9,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt.

Die Aufholjagd – 2011 war Toyota wegen der Erdbeben-Katastrophe zurückgefallen – gelang dem Konzern vor allem auf dem US-Markt und in Südostasien, wo Toyota auch mit dem konzerneigenen Kleinwagenbauer Daihatsu sowie dem Nutzfahrzeughersteller Hino vertreten ist. Die starke Nachfrage auf diesen Märkten konnte die Einbußen in China wettmachen. Dort war der Absatz erstmals seit 2002 zurückgegangen. Hintergrund sind Boykotte wegen des Streits um eine Inselgruppe im ostchinesischen Meer.

Weltweit wuchs der Toyota-Absatz 2012 um 22,6 Prozent und damit weitaus dynamischer als der von GM (drei Prozent) und Volkswagen (elf Prozent). Auch im laufenden Jahr will Toyota daran anknüpfen und die Marke von zehn Millionen verkauften Autos anpeilen. 9,91 Millionen Neuzulassungen werden bis Ende 2013 angepeilt. Damit wird das Rennen um die Weltspitze spannend. Volkswagen will bis 2018 die globale Führungsposition einnehmen und dann mehr als zehn Millionen Neuwagen weltweit verkaufen. Dafür wird stark in neue Modelle und Werke investiert. Allein in die Kernmarke VW sollen nach internen Planungen im laufenden Jahr rund 700 Millionen Euro gesteckt werden. Analysten erwarten, dass VW die Zehn-Millionen–Marke schon früher als 2018 erreicht. Ein Grund: das starke Wachstum in China, wo VW 2012 um knapp ein Viertel auf 2,81 Millionen verkaufte Autos zugelegt hatte.

Toyota hat vor allem bei alternativen Antrieben einen Wettbewerbsvorteil. Mit ihren Hybrid-Fahrzeugen sind die Japaner Marktführer: 2012 wurden 1,2 Millionen verkauft. Auch die Entwicklung von Brennstoffzellen-Autos wird beschleunigt. Vor wenigen Tagen verkündeten Toyota und BMW eine Zusammenarbeit bei der Brennstoffzellentechnik. 2020 sollen die ersten Fahrzeuge auf den Markt kommen. Die Autobauer arbeiten derzeit alle an Antriebssystemen als Alternative zu den Verbrennungsmotoren.

Daimler setzt hier auf eine Kooperation mit Ford und Nissan. Das Trio werde künftig ein gemeinsames Brennstoffzellensystem bauen, bei dem Wasserstoff im Auto zu Energie wird und als Emissionen nur Wasserdampf und Wärme entstehen, teilte der Konzern am Montag mit. Die „großflächige Markteinführung“ ist für 2017 geplant. Bisher hatte Daimler seine B-Klasse mit Brennstoffzelle 2014 auf den Markt bringen wollen – dieses Ziel eines „Zwischenschritts“ werde nun übersprungen, sagte Daimler-Forschungschef Thomas Weber. Henrik Mortsiefer

DAIMLER AG]

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