Wirtschaft : Toyota zieht Fußmatten ein – 3,8 Millionen Autos betroffen

Tokio - Der Autohersteller Toyota hat in den USA Ärger mit Fußmatten. Nach einem bisher nicht aufgeklärten Autounfall empfahl das Unternehmen, das Zubehör am Fahrersitz vorerst zu entfernen. Bei einem Unfall im vergangenen Monat hatte ein Autofahrer vom Handy aus dem Notruf gemeldet, sein Auto habe ohne sein Zutun auf 190 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Kurz darauf hatte er einen tödlichen Zusammenstoß. Er fuhr einen Lexus ES350 aus dem Hause Toyota.

Vor zwei Jahren hatte es einen ähnlichen Fall dieser unerwünschten Beschleunigung gegeben. US-Behörden stellten fest, dass Fußmatten als Ursache in Frage kommen, wenn sie nicht korrekt am Boden verhakt sind. Toyota rief damals schon Autos zurück und empfahl ausschließlich den Einsatz von richtig befestigten Matten, die speziell für den jeweiligen Autotyp vorgesehen sind.

Im aktuellen Fall handele es sich laut Toyota nicht um einen Werkstattrückruf. Die US-Behörden reagierten mit einem Sicherheitshinweis für Fahrer der 3,8 Millionen betroffenen Fahrzeuge, „dringend Matten oder andere Gegenstände zu entfernen, die zu unbeabsichtigter Beschleunigung führen könnten“.

Die US-Zeitungen behandelten den Fall überwiegend wie einen echten Rückruf in die Werkstätten wegen eines defekten Teils am Auto. Ein Autoexperte in Tokio bewertete dies als Gegenschlag der US-Öffentlichkeit, nachdem die Schwächen der amerikanischen Autoindustrie in den vergangen Monaten „gnadenlos zutage getreten sind, während alle nur noch die Japaner gelobt haben“. Die in den Medien verbreitete Version dürfte jedoch vor allem darauf beruhen, dass US-Stellen die Sicherheitswarnung unter „Sicherheitsrückruf“ führen. Toyota empfiehlt im Falle einer unkontrollierten Beschleunigung, den Motor abzustellen und „die Bremsen zu benutzen, um kontrolliert am Fahrbahnrand anzuhalten“.fmk (HB)

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