Wirtschaft : Trading-house will an die Börse

Der Berliner Finanzdienstleister Trading-house.net AG, nimmt einen neuen Anlauf für einen Börsengang. Nachdem der Gang aufs Parkett bereits einmal verschoben wurde, wird nun die Erstnotiz für Ende Juni / Anfang Juli angestrebt, teilte Vorstand Rafael Müller am Montag in Berlin mit. Bei Trading-house.net können Kleinanleger privat per Direktleitungen an der Börse handeln. Das Unternehmen hatte im Herbst 1998 das erste so genannte Day-Trading-Center nach amerikanischem Vorbild in Deutschland eröffnet. Beim "Day Trading" können auch Privatanleger in Echtzeit am Aktienhandel teilnehmen. Dabei geht es vor allem darum, Kursschwankungen, wie sie jeden Handelstag vorkommen, gewinnbringend auszunutzen.

"Mein Traumtermin wäre der 4. Juli, da an diesem Tag die US-Börsen wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen sind und daher die Aufmerksamkeit größer ist", sagte Müller. Vor einem Börsengang werde aber die Entwicklung an den Kapitalmärkten beobachtet. Nach einer Privatplatzierung, die der Gesellschaft rund 100 Aktionäre brachte, sollen nun nahezu alle der derzeit rund 252 000 Anteilsscheine in den Frankfurter Freiverkehr eingeführt werden. Die Gesellschaft will sich damit nach Darstellung Müllers einem breiteren Anlegerkreis öffnen. Nach zwei bis drei Jahren sei dann ein Segmentwechsel an den Geregelten Markt möglich. Dann solle auch - wie mehrfach angekündigt - eine Banklizenz beantragt werden. Die Gesellschaft hatte sich dazu den Domainnamen "directbroker.de" gesichert.

Trading-house.net vermittelt Privatanleger an Banken oder Broker, so dass sie direkt über das Internet handeln können. Den Provisionsanteil, den Trading-house.net von den Banken erhält, ist nach Firmenangaben der größte Umsatzposten. Nach den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2001/02 (30. Juni) beträgt der akkumulierte vorläufige Gewinn rund 43 000 Euro oder 0,17 Euro pro Aktie. Für das gesamte Geschäftsjahr 2001/02 erwartet die Gesellschaft einen Gewinn von 0,27 Euro pro Aktie. Für 2000/01 wies sie pro Aktie einen Verlust von 1,28 Euro aus. 1999/00 betrug das Minus noch 2,89 Euro.

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