Wirtschaft : Transatlantischer Handel: USA hebt Strafzölle für EU-Produkte auf

Drei Monate nach dem Ende des Bananenstreits haben die USA ihre millionenschweren Sanktionen gegen EU-Produkte aufgehoben. Deutsche Kartonverpackungen, britisches Badeöl und französische Luxushandtaschen können nun wieder ohne Strafaufschlag in den USA verkauft werden, wie die US-Handelsbehörde in der Nacht zum Montag in Washington mitteilte. Das Ende der hundertprozentigen Zusatzzölle in Höhe von jährlich 191 Millionen Dollar (439,3 Millionen Mark) wurde durch die Öffnung der europäischen Märkte für die US-Banenproduzenten möglich. Sowohl der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick als auch der für Außenhandel zuständige EU-Kommissar Pascal Lamy begrüßten den Schritt. Sie hoffen auf positive Auswirkungen auf weiter schwelende transatlantische Handelskonflikte.

"Das sind großartige Nachrichten für die europäischen Exporteure", erklärte Lamy am Montag in Brüssel. Betroffen von den Strafzöllen waren unter anderem Badezusätze, Kartonverpackungen, Autobatterien, Handtaschen und Kaffeemaschinen. Die Zuschläge galten seit April 1999.

Der rund achtjährige Streit zwischen EU und USA war am 11. April beendet worden. Gegenstand war die Bananen-Marktordnung der EU, die Importe aus den ehemaligen europäischen Kolonien und den französischen Überseegebieten bevorzugte und Einfuhren aus mittel- und südamerikanischen Staaten strengen Quoten unterwarf. Die Welthandelsorganisation WTO verurteilte dies als protektionistisch und erlaubte den USA schließlich die Strafzölle. Weitere Sanktionen der USA gegen EU-Produkte in Millionenhöhe, die wegen des europäischen Einfuhrbanns gegen hormonbehandeltes Fleisch aus den USA verhängt worden waren, bleiben dagegen in Kraft.

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