Wirtschaft : Transnet gegen höhere Preise bei der Bahn

-

Berlin Die Bahngewerkschaft Transnet hat sich gegen eine „Radikalkur“ im Fernverkehr der Deutschen Bahn ausgesprochen. Eine mögliche Ausdünnung der IC- und EC-Angebote sei ein „grundfalsches Signal“, sagte Vorstandsmitglied KarlHeinz Zimmermann am Wochenende in Berlin. Damit würden Kunden aus dem preissensiblen Segment zwischen Regional- und Hochgeschwindigkeitsverkehr „geradezu vertrieben“. Die Bahn sei bereits durch die Abschaffung der Inter-Regio-Verbindungen „in eine Umsatzfalle getappt“. Bedenken äußerte Zimmermann auch gegen die angekündigten Preiserhöhungen. Zweifellos leide die Bahn unter den steigenden Energiepreisen. Wenn jetzt aber das Bahnfahren im gleichen Maße teurer werde wie das Pkw-Fahren, gewinne man keine Kunden für die Schiene.

Am Freitag hatte die Bahn bestätigt, dass sie die Preise im Nah- und im Fernverkehr wegen der gestiegenen Energiekosten anheben wird. Die Tickets im Fernverkehr sollen ab 15.Dezember um durchschnittlich 3,5 Prozent steigen. Um wie viel die Preise im Nahverkehr steigen werden, steht noch nicht fest.

Unterdessen prüft Bahn-Chef Hartmut Mehdorn nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ eine Kooperation mit Billigfliegern. Die Bahn verhandele derzeit mit Germanwings darüber, Fluggästen Preisnachlässe für Bahntickets zum und vom Flughafen Köln-Bonn anzubieten. „Es gibt Gespräche, aber sie befinden sich noch in einem frühen Stadium“, sagte ein Germanwings-Sprecher. Bei der Bahn wollte man die Verhandlungen weder bestätigen noch dementieren. Sollte die Bahn eine Kooperation abschließen, wäre das eine Kehrtwende in Hartmut Mehdorns Strategie. Bislang hatte er strikt auf Konkurrenz zu den Billigfliegern gesetzt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben