Wirtschaft : Transrapid: Gleiche Chancen für Bayern und Nordrhein-Westfalen

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Die geplanten Transrapidprojekte in Bayern und Nordrhein-Westfalen sind beide wirtschaftlich sinnvoll. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebene Studie, die Minister Kurt Bodewig am Montag in Berlin vorstellte. Die Bewertung der beiden Strecken habe annähernd gleiche positive Kosten-Nutzen-Verhältnisse ergeben, sagte Bodewig. Welches Projekt mit der finanziellen Unterstützung des Bundes rechnen könne, werde noch vor den Bundestagswahlen im September entschieden. Möglich sei auch die Aufteilung der Mittel. Wie hoch der Bundeszuschuss ausfallen wird und aus welchen Haushaltsmitteln er bezahlt werden soll, ließ der Minister offen. Dies sei Sache des Parlamentes.

Nordrhein-Westfalen und Bayern buhlen um die Zuschüsse des Bundes, die vermutlich 2,3 Milliarden Euro betragen werden. Diese Summe war ursprünglich für die später gescheiterte Transrapid-Strecke Hamburg-Berlin vorgesehen gewesen. Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu und sein Düsseldorfer Kollege Ernst Schwanhold betonten auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bodewig, ihre Projekte seien ohne finanzielle Unterstützung nicht durchführbar. Schwanhold drängte den Bund zu einer zügigen Entscheidung, damit der Landtag in Nordrhein-Westfalen noch im Februar 2002 grünes Licht für die konkreten Planungsschritte geben könne. Bisher hätten sich aufgrund der fehlenden Zusage von Bundesmitteln noch keine privaten Investoren zu einem Engagement entschlossen.

Die 78,9 Kilometer lange Metrorapid-Strecke zwischen Düsseldorf und Dortmund wird der vor der "Planungsgemeinschaft Metrorapid-Transrapid" durchgeführten Machbarkeitsstudie zufolge 3,2 Milliarden Euro kosten. Für die 36,8 Kilometer lange Verbindung des Franz-Josef-Strauss-Flughafens mit dem Münchener Hauptbahnhof wurden Kosten von 1,6 Milliarden Euro errechnet. Wiesheu und Schwanhold wiesen die im "Spiegel" erhobenen Vorwürfe zurück, die der Studie zu Grunde liegenden Zahlen seien von den Ländern geschönt worden. "Ich habe keinerlei Zweifel, dass die vorgelegten Zahlen jeglicher Überprüfung standhalten", sagte Schwanhold.

Nordrhein-Westfalen will den Transrapid als regionale Schnellverbindung an Rhein und Ruhr einsetzen. Unter dem Namen Metrorapid soll die Magnetschwebebahn im Zehn-Minuten-Takt zunächst Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg und Düsseldorf miteinander verbinden. Die Fahrzeit soll sich dadurch von derzeit 54 auf 37 Minuten verkürzen. In der Region könne die Technologie ihre Stärke, die in der großen Beschleunigungs- und Bremsfähigkeit liege, voll ausspielen, sagte Schwanhold. Der Studie zufolge werden knapp 35 Millionen Passagiere im Jahr erwartet. Davon soll ein Viertel vom Auto auf die Magnetbahn umsteigen. Die in München geplante Strecke soll die Fahrtzeit vom Hauptbahnhof zum Flughafen verkürzen. Die derzeit etwa 40-minütige Reisezeit mit der S-Bahn soll sich durch den Transrapid auf 10 Minuten verringern. Die Magnetschwebebahn sei "die optimale Lösung der Verkehrsprobleme" bei der Anbindung des Flughafens, sagte Wiesheu.

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