Wirtschaft : Transrapid nur eingleisig ?

BONN/SCHWERIN (AFP).Die bisher stets zweigleisig geplante Transrapid-Strecke zwischen Hamburg und Berlin wird aus Kostengründen möglicherweise in Teilen nur eingleisig gebaut.Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte am Donnerstag in Bonn, die eingleisige Streckenführung sei "eine von mehreren Alternativen".Noch in diesem Jahr werde die Entscheidung über die Strecke fallen.Die Magnetschnellbahn-Planungsgesellschaft (MPG) betonte, sie wolle weiter eine zweispurige Streckenführung."Aber man muß sehr breit denken dürfen", sagte MPG-Sprecher Peter Jablonski in Schwerin.Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) erklärte, die Strecke sei eingleisig "noch unrentabler" als ohnehin, da dann nur geringere Taktzeiten möglich seien.Außerdem müßten teure Ausweichstellen gebaut werden.

Die Deutsche Bahn AG nannte am Donnerstag keine konkreten Zahlen zum Stand der Kostenplanung.Allerdings gehen die Planer schon seit vergangenem Herbst von höheren Kosten als der im rot-grünen Koalitionsvertrag fixierten Höchstsumme von 6,1 Mrd.DM für die staatliche Beteiligung aus.Das zuständige Eisenbahnbundesamt hatte Anfang Oktober intern mit Kosten in Höhe von 8,9 Mrd.DM gerechnet.Diese Summe sei der "obere Eckwert auf Grundlage der damaligen Daten", sagte Jablonski nun.Inzwischen gebe es weitere Daten aufgrund des fortgeschrittenen Planfeststellungsverfahrens.Ob damit zusätzliche Kostensteigerungen verbunden sind, wollte er nicht sagen.

BUND-Bundesgeschäftsführer Peter Westenberger sagte in Berlin, eine realistische Kostenschätzung für die 292 Kilometer lange Trase liege "weit über" den Zahlen des Koalitionspapiers.Jetzt komme es darauf an, daß die Vereinbarung "nach Punkt und Komma eingehalten wird".Längst gehe es zwischen Bundesregierung, Bahn und Industrie darum, wer den "Schwarzen Peter" zugeschoben bekomme, falls der Transrapid beerdigt werde.Westenberger räumte ein, das Projekt sei "schon sehr oft totgesagt" worden.Mit Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) habe der Transrapid aber wieder einen prominenten Fürsprecher erhalten.

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