Wirtschaft : Transrapid: Weiterer Einsatz in Asien möglich

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Nach dem Baubeginn für die erste kommerzielle Transrapid-Strecke der Welt in Shanghai drückt das Entwicklungskonsortium in China weiter aufs Tempo: Wie aus einer deutschen Wirtschaftsdelegation verlautet, hat nun neben Peking auch Hongkong erstes Interesse an der Technik bekundet. Transrapid International, das Gemeinschaftsunternehmen von Thyssen-Krupp und Siemens, ist in China verstärkt auf Akquisitionstour. In Shanghai werde bereits über eine mögliche Verlängerung der im Bau befindlichen Verbindung zwischen Shanghais Pudong-Flughafen und dem Stadtzentrum nachgedacht, signalisieren Vertreter des Konsortiums am Rande einer China-Reise. Damit würde die schnelle Schwebebahn dann auch erstmals im Fernverkehr eingesetzt. Im Gespräch sei zum einen die Strecke von Shanghai in das Touristenzentrum Hangzhou.

Doch die Hoffnungen der deutschen Transrapid-Bauer gehen noch weiter: Sie halten es für möglich, den Zuschlag für die Strecke von Shanghai nach Nanjing zu bekommen. Damit würde die Schnellbahn Chinas boomenden Industriekorridor entlang des Yangtse erschließen. Und dies würde beim Konsortium bereits als Vorentscheidung für eine Verlängerung der Strecke bis nach Peking gesehen. Doch wie die Chancen für die Fernstrecken tatsächlich stehen, ist noch gar nicht absehbar, gibt Joachim Lorenz, Direktor von Thyssen-Krupps Technischer Entwicklungsabteilung, zu. "Mit einem Zuschlag werden die Chinesen warten, bis die Pudong-Strecke in Betrieb ist", erwartet er und fügt hinzu: "Nicht aber mit der Planung. Sie denken über eine Erweiterung mit Sicherheit bereits nach." Ein Indiz dafür sei der Besuch des Chefs der einflussreichen staatlichen Entwicklungs- und Planungskommission, Chen Peyan, auf der Teststrecke im Emsland am vergangenen Wochenende.

Auch bei einem Gespräch mit dem Leiter der Hongkonger Verkehrsbehörde und den Chefs der beiden lokalen Bahngesellschaften Kcrc und Mtrc sah die deutsche Delegation Interesse an ihrem Zug: "Wir haben darüber gesprochen, wie man den Transrapid als Massenverkehrsmittel in bestehende Verkehrssysteme integrieren kann", berichtet Jörg Hennerkes, Staatsekretär im Düsseldorfer Wirtschaftsministerium. Lorenz und Hennerkes zufolge hat die Hongkonger Seite Interesse an der Technik bekundet, weil sie hohe Geschwindigkeiten bei geringer Lärmentwicklung ermöglicht. Nun haben die Deutschen erst einmal Verkehrsminister Nicholas Ng zu einer Testfahrt ins Emsland eingeladen.

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