• Transrapidstrecke Schanghai-Peking wird nicht gebaut Chinesische Regierung entscheidet sich offenbar für Eisenbahn-Technik

Wirtschaft : Transrapidstrecke Schanghai-Peking wird nicht gebaut Chinesische Regierung entscheidet sich offenbar für Eisenbahn-Technik

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Peking (mg/HB). Der Transrapid landet auf der geplanten Fernstrecke zwischen Schanghai und Peking auf dem Abstellgleis. Die Zeitung „Beijing Qing Nian Bao“ zitiert den VizeBürgermeister von Nanjing, der Hauptstadt der Provinz Jiangsu westlich von Schanghai, mit der Aussage, die Zentralregierung habe den Bau des 350 Kilometer langen Abschnitts nach Nanjing genehmigt und sich dort für konventionelle Schienentechnik entschieden. Damit ist praktisch amtlich, was sich seit Wochen anbahnt. Schon Anfang Juli hatte der Siemens-Verkehrstechnik-Vorstand Hans-Dieter Bott gesagt: „Wir haben klare Signale, dass die Entscheidung zu Gunsten der Rad-Schiene-Technik fällt. Praktisch alle Verkehrsexperten in China gehen aber davon aus, dass auf der Fernstrecke kein Platz für zwei verschiedene Technologien ist.

Das wäre eine erneute Niederlage für die Magnetbahn-Technik. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte sich im Juni aus Kostengründen gegen die geplante Ruhrgebiets-Strecke ausgesprochen. Ob die Strecke von der Münchener Innenstadt zum Flughafen gebaut wird, ist noch offen. Das deutsche Industriekonsortium hatte sich vom chinesischen Markt lukrative Aufträge versprochen.

Chinas Eisenbahnministerium hatte seine Lobbyarbeit zu Gunsten der Schienentechnik nach dem Ausscheiden der alten Regierung unter Premier Zhu Rongji – einem Transrapid-Fan – seit Ende 2002 massiv verstärkt. Beim Transrapid-Hersteller Thyssen-Krupp hatte man nach der Entscheidung gegen den Metrorapid Rückschläge für Großaufträge in China befürchtet. „Unsere Glaubwürdigkeit bei den chinesischen Partnern sinkt natürlich“, sagte im Juli der Sprecher von Thyssen-Krupp Technologies, Alfred Wewers.

Technische Probleme in Schanghai

Doch das allein hat keinesfalls den Ausschlag gegeben. Vor allem innenpolitische Faktoren spielen eine Rolle bei der Entscheidung. China will die zwölf Milliarden Dollar teure Fernstrecke selbst bauen, und das möglichst schnell. „Diese Strecke muss zügig realisiert werden, um die riesige Nachfrage zu decken. China wird den Auftrag nicht an ein anderes Land vergeben, weil es mittlerweile über die nötige Technologie verfügt“, sagt Verkehrsexperte Danny Shek von der Beratungsgesellschaft MVA in Hongkong. China entgehen nach Schätzungen jedes Jahr, in dem die Fernstrecke nicht realisiert wird, zwei Milliarden Euro an Ticketeinnahmen.

Für den Transrapid bedeutet das einen doppelten Rückschlag, denn die Verbindung Schanghai-Nanjing war bislang eine von zwei Regionalstrecken, auf die man sich bei Thyssen-Krupp und dem Konsortium-Partner Siemens Hoffnungen machte. Die zweite Strecke ist die etwa 200 Kilometer lange Verbindung nach Hangzhou an der Ostküste.

Inwiefern technische Probleme bei der 31 Kilometer langen Transrapidstrecke in Schanghai die Entscheidung für die Langstrecke beeinflusst haben, ist unklar. Im Juli wurde bekannt, dass im Testbetrieb Teile der Verkabelung schmorten. Berichte über hohe Konventionalstrafen für das deutsche Konsortium wurden von der Stadtregierung Schanghais dementiert. Thyssen-Krupp räumte indes Probleme ein.

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