Wirtschaft : Traum von der großen Europa-Werft

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Politiker träumen von der „EADS der Meere“. Nach dem Muster des deutschfranzösischen Luft- und Raumfahrtkonzerns, der inzwischen der mächtigen US-Konkurrenz die Stirn bieten kann, soll ein schlagkräftiger europäischer Werftenverbund entstehen. Was bei EADS schon schwierig war, dürfte im Schiffbau noch größere Probleme bereiten. EADS ist aus wenigen Unternehmen entstanden. Zurzeit gibt es aber noch 23 Großwerften in Europa. Zum Vergleich: In den USA machen sechs Werften das gesamte Geschäft.

STAATLICHE HÜRDEN

Hinzu kommt in Europa ein besonderes Problem: Rüstungsgeschäfte sind weit gehend nationale Angelegenheit. Nur, was die Verteidigungsminister bestellen, wird von der heimischen Industrie geliefert. Und: Mögliche Exporte in andere Länder werden durch Restriktionen und Verbote behindert – aus militärischen und politischen Gründen. Im Marineschiffbau geht es bislang streng nationalistisch zu. Doch die Kosten der technisch immer aufwändigeren Projekte laufen davon und die Rüstungskonkurrenz aus den USA und Fernost drängt immer offensiver auf Europas Märkte.

DIE GRUNDLAGEN SIND GELEGT

In Deutschland und Frankreich schließen sich schon einmal die nationalen Werften zusammen. Die Marinewerften von Thyssen-Krupp haben mit dem Kieler U-Boot-Bauer HDW fusioniert.Und in Frankreich zeichnet sich ab, dass der Staatskonzern DCN und die Thales-Werften zusammenfinden. Damit wären die Grundlagen für einen europäischen Champion gelegt. fo

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