Wirtschaft : Trend zum Bausparen ungebrochen

LBS verzeichnen einen "Sonderboom" / Eigenheimbau profitiert von Steuerdebatte

BONN (dpa). Etwa die Hälfte aller deutschen Haushalte soll mittelfristig in den eigenen vier Wänden leben.Dieses Ziel halten die Landesbausparkassen mittelfristig für erreichbar.Derzeit beträgt die Eigentumsquote in Deutschland etwas über 40 Prozent bei insgesamt 32,3 Mill.Wohnungen.Neben günstigen Zinsen und zunehmender Eigentumsbildung für die Altersvorsorge wollen die zum Sparkassenverbund gehörenden Bausparinstitute von den bei Anlegern und Baubranche beklagten steuerlichen Einschnitten im Mietwohnungsbau profitieren.Das stellte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm am Dienstag bei der Vorlage des Jahresberichts 1996 in Bonn heraus: "Das extreme Steuer-Sparmotiv als Auslöser für den Mietwohnungsbau von Kapitalanlegern nimmt an Bedeutung immer mehr ab." Unabhängig vom endgültigen Ausgang der Steuerreform bestehe die Chance, die von diesen Anlegern bisher hochgetriebenen Bau- und Bodenkosten nach unten zu drücken.Die Baubranche müsse sich nämlich auf weniger kaufkräftige Nachfrager einstellen.Hinzu kommen müsse endlich ein vermehrtes kommunales Grundstücksangebot, verlangte Hamm.Die Institute seines Verbands seien mit dem "Tausend-Mark-Haus" dabei, mit einer Effektivbelastung der Eigentümer von monatlich 1000 DM eine überzeugende Alternative zu Mietwohnungen zu bieten.Solche Immobilien seien bereits für 300 000 DM zu haben.Hamm räumte allerdings ein, daß dazu die Zinsen weiter niedrig und die Grundstückskosten besonders günstig sein müssen. Hamm sieht den Trend zum Wohneigentum und Bausparen als ungebrochen an.Bestimmt werde diese Entwicklung nicht nur von aktuell niedrigen Zinsen, sondern auch von zunehmenden Angeboten an kostengünstigen Eigenheimen und von der wachsenden Bedeutung der privaten Altersvorsorge.Die Deutschen verfügten über ausreichendes Vermögen: Singles über gut 250 000 DM im Durchschnitt, Ehepaare mit Kindern über knapp 450 000 DM und kinderlose Ehepaare sogar über 550 000 DM, wie das Pestel-Institut in Hannover ermittelt habe.1996 sei für die Landesbausparkassen ein "Erfolgsjahr" gewesen, betonte Hamm.So wurden dort 1,7 Mill.neue LBS-Bausparverträge abgeschlossen nach 1,2 Mill.im Vorjahr.Die neuen Bausparsummen kletterten von 42,2 Mrd.DM 1995 auf 57,2 Mrd.DM im vergangenen Jahr.Allerdings sei der "Sonderboom" von der Neueinführung der Eigenheimzulage geprägt gewesen.

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