Wirtschaft : Trendwende auf dem Halbleitermarkt

BERLIN (asi).Nach knapp zwei Krisenjahren spüren die Branchenverbände eine Wiederbelebung des internationalen Halbleitermarktes.In Deutschland werde die Nachfrage nach elektronischen Bauelementen allein durch den Boom der Auto-Industrie zulegen und 1999 voraussichtlich um neun Prozent auf 14,4 Mrd.Euro (28,2 Mrd.DM) steigen, sagte der Vizepräsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Dietmar Harting, am Mittwoch.Angetrieben werde der Markt von der Nachfrage nach Halbleitern, die 1999 um etwa 13 Prozent auf 8,15 Mrd.Euro wachsen werde.

Auch die Unternehmen im Zulieferbereich hoffen auf eine Geschäftsbelebung in der zweiten Jahreshälfte.Der Auftragseingang der Niederländischen BE Semiconductor Industries N.V.(Besi), einem Beteiligungsunternehmen der Berliner Elektro Holding, lasse eine "bemerkenswerte Belebung" des Marktes erkennen, sagte dessen Vorstandsvorsitzender Richard W.Blickmann in Berlin.Im Vergleich zum vierten Quartal des vergangenen Jahres nahm der Auftragsumfang im ersten Quartal 1999 um 25,7 Prozent zu.Blickmann schloß daraus, daß es Besi gelingen könnte, in den kommenden zwei Jahren um durchschnittlich 20 bis 30 Prozent pro Jahr zu wachsen.Für das dritte Quartal kündigte Blickmann erstmals wieder ein ausgeglichenes Ergebnis an, für einen positiven Jahresabschluß sei es 1999 allerdings noch zu früh.Das abgelaufene Geschäftsjahr hat Besi mit einem Umsatz von 150,9 Mill.Euro abgeschlossen.

Besi, die am Geregelten Markt in Frankfurt (Main) und in Amsterdam gehandelt werden, sind nach Ansicht des Vorstandes auf die Wiederbelebung des Halbleitermarktes "sehr gut" vorbereitet.In technologischer Hinsicht habe man sich in die Spitzengruppe des Marktes bringen können.Besi entwickelt Technologien und Maschinen zur Einfassung von Halbleitern.Allein in den vergangenen drei Jahren sei es gelungen, rund 40 Prozent Marktanteile zu erwerben, sagte Blickmann.

Darüber hinaus habe man die Kosten in der Entwicklung und Fertigung gesenkt.Neben der konsequenten Auslagerung aller Fertigungsschritte in Subunternehmen und Konzentration auf die Technologische Entwicklung seien Ende 1998 rund 200 von einst 1000 Mitarbeitern "freigesetzt" worden.Im Bereich der Materialentwicklung sei Besi zudem ein Joint-venture eingegangen, das als PBE noch in diesem Jahr an die Börse gebracht würde.Mit PBE erwartet Blickmann einen technologischen Sprung, der neue Marktanteile eröffnen soll.

Die Berliner Elektro Holding AG hält an Besi 56,8 Prozent und will diese Größenordnung beibehalten.Eine weitere strategische Firmenübernahme in diesem Jahr schloß Blickmann nicht aus.

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