Wirtschaft : Trendwende auf dem westdeutschen Bau

BONN (wei).Die Bauwirtschaft in Westdeutschland will in diesem Jahr keine Arbeitsplätze mehr abbauen.Nach Einschätzung des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) werden jedoch im Osten noch 30 000 bis 40 000 Stellen wegfallen, sagte ZDB-Präsident Fritz Eichbauer am Dienstag in Bonn.Besonders die Bauindustrie werde auch in Zukunft weniger Leute brauchen.So sei in den neuen Ländern auch 1999 mit einem Abbau von 30 000 Stellen zu rechnen.Die Baukonzerne wandelten sich immer stärker zu reinen Dienstleistungsunternehmen.Dagegen steige die Zahl der Arbeitsstunden im Bauhandwerk tendenziell an.Die konjunkturelle Lage habe sich im ersten Quartal zumindest in den alten Ländern aufgehellt.Erstmals seit 1994 gab es wieder eine Zunahme der Bauinvestitionen.Sie lagen um 3,6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, der allerdings zwei Arbeitstage mehr aufwies.Die Zunahme in Ostdeutschland von 0,3 Prozent kaschiert deshalb einen weiteren Rückgang, im Westen zeichnet sich mit einer Zunahme um fünf Prozent dagegen eine Beschleunigung der Konjunktur ab.Der Wirtschaftsbau legte um 5,4 und der Wohnungsbau um fünf Prozent zu.Dagegen stagnierte der öffentliche Bau in West- wie in Ostdeutschland.In den neuen Ländern sei mit Rückgängen von 40 Prozent bei Wohnungen und 33 Prozent bei sonstigen Gebäuden ein regelrechter Einbruch zu verzeichnen.Eichbauer warnte davor, die Sanierung öffentlicher Gebäude und den Ausbau der Infrastruktur weiter hinauszuschieben.Die "Investitionslücke" bei Bund, Ländern und Gemeinden gefährde die Wachstumsperspektiven der gesamten Wirtschaft.Neben der Steuerreform müsse die neue Bundesregierung die Harmonisierung des europäischen Sozial- und Tarifrechts in Angriff nehmen.Das Bauhandwerk verlangt eine unbefristete Verlängerung des Entsendegesetzes.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar