Wirtschaft : Trendwende in der Hifi-Branche - Digital-Radios sollen Schub bringen

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Die Fachabteilung Audio beim Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) sieht die Ifa als "Konjunkturlokomotive" und erhofft sich für die Unterhaltungselektronik-Branche einen kräftigen Umsatzschub. "Bereits für das Herbst- und Weihnachtsgeschäft erwarten wir neue Impulse", sagte Alexander Pett von der Abteilung, der 23 Unternehmen angehören, am Montag auf der Funkausstellung. Ausschlaggebend für diese Erwartung sei, so Pert, dass viele Hersteller ihre Innovationen für die Ifa bereits zu Beginn des Jahres ankündigten. Kunden warteten dann häufig bis zur Ifa mit Neuanschaffungen. Erklärtes Umsatzziel der Branche bis Ende des Jahres: 16,3 Mrd. DM, das entspräche einem Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zu 1998.

Die Preissituation auf den deutschen Märkten im Bereich Unterhaltungslektronik nannte Pert "nach wie vor unbefriedigend". Gründe seien Importe aus Billiglohnländern und der harte Wettbewerb in stagnierenden Märkten. Insgesamt sei der Verband aber zuversichtlich. "Nach Jahren des Abschwungs befindet sich die Unterhaltungselektronik-Branche im Aufwind", sagte Pert. Im ersten Halbjahr 1999 stiegen die Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr bei HiFi-Systemen (plus 2,5 Prozent), portablen Audios (plus 1,2 Prozent) und Autoradios (plus 5,1 Prozent) trotz eines Umsatzrückgangs um ein Prozent. Lediglich bei HiFi-Komponenten waren die Verkaufszahlen rückläufig (minus 5,8 Prozent). Für das kommende Jahr erwarte man deutliche Zuwachsraten bei HiFi-Systemen und der MiniDisc (plus 28 Prozent).

Große Hoffnungen setzt die Fachabteilung in die Weiterentwicklung und Realisierung des Digital-Radios. Hamed Amor, Sprecher der Digital Audio Broadcasting (DAB) - Kommission bei der Fachabteilung, appellierte an Bund und Länder, nach der Zustimmung zur Digitalisierung des Hörfunks im vergangenen Jahr nun auch "zur zügigen Einführung des Regelbetriebs beizutragen". Das digitale Hörfunksystem sei "das System der Zukunft", sagte Amor. Das Digital-Radio erlaubt eine höhere Zahl von Sendern auf einem bestimmten Frequenzbereich. Die Geräte bieten eine bessere Klangqualität und können mit Online-Datendiensten ergänzt werden. Bislang können allerdings in der Bundesrepublik erst 50 Prozent der Konsumenten Digital-Radio empfangen. Die meisten Firmen bieten daher Geräte an, die sowohl für den UKW- als auch für den DAB- Empfang genutzt werden können. Eine vollständige Netzabdeckung soll nach dem Grundsatzbeschluss der Bundesregierung 2008 erreicht sein.

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