Wirtschaft : Trennung von Gerresheimer Glas - Verkauf bis Mitte Juni

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Die Münchner Viag AG will ihre Düsseldorfer Tochter Gerresheimer Glas AG bis Mitte Juni 2000 an die internationale Investmentgruppe Investcorp verkaufen. Das sei der erste wichtige Schritt zur angekündigten Trennung von umfangreichen Unternehmensteilen, teilte der vor seiner Fusion mit der Düsseldorfer Veba AG stehende Mischkonzern in München mit.

Insgesamt wollen sich die voraussichtlich im Sommer zur Eon AG verschmelzenden Partner von Töchtern mit einem Umsatz von 55 Milliarden Mark trennen und dadurch binnen zwei Jahren 20 bis 30 Milliarden Mark Verkaufserlöse erzielen. Der Preis für den knapp 73-prozentigen Anteil an Gerresheimer Glas liegt nach Angaben aus dem Kreis der betroffenen Unternehmen bei rund 420 Millionen Mark.

Vorbehaltlich der als Formalie geltenden Zustimmung der Kartellbehörden ist dazu eine "bindende" Absichtserklärung unterzeichnet worden, erklärte die Viag. Ein Abbau der gut 6000 Stellen bei Gerresheimer stehe im Zuge der Übernahme nicht bevor, ergänzte eine Investcorp-Sprecherin. Vielmehr plane die 1982 in London gegründete Investmentgesellschaft beim Düsseldorfer Behälterglasproduzenten eine Expansion. Die Viag geht davon aus, dass Investcorp, die bislang Unternehmen im Gesamtwert von rund 32 Milliarden Mark übernommen hat und derzeit Eigentümer von 17 Unternehmen ist, Gerresheimer Glas bei der geplanten Spezialisierung auf Kosmetik- und Pharmaverpackungen unterstützt.

1999 konnte das Düsseldorfer Unternehmen nach dem Verkauf von Teilaktivitäten mit 1,5 (Vorjahr: 1,6) Milliarden Mark Umsatz einen auf 47 Millionen Mark verdreifachten Jahresüberschuss verbuchen.

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