Wirtschaft : Treulose Franzosen

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„Können die Franzosen lesen?“ – das fragen wir uns angesichts des Vetos, das die französische Regierung gegen die Durchsetzung der UN-Resolution 1441 einlegen will. Als eines von 15 Ländern stimmte Frankreich im November der Resolution zu. Das aber will Präsident Jacques Chirac nun vergessen machen. Sogar US-Außenminister Colin Powell, der Präsident George W. Bush dazu drängte, den Fall vor die Vereinten Nationen zu bringen, fühlt sich betrogen.

Falls Powell die Franzosen daran erinnern sollte, was sie unterschrieben haben, könnte er Paragraph zwei der Resolution anführen. Dieser räumt dem Irak eine letzte Chance ein, abzurüsten. In Paragraph drei wird eine „vollständige Deklarierung aller Programme zur Entwicklung chemischer, biologischer und nuklearer Waffen“ verlangt. Nicht einmal Chefinspekteur Hans Blix glaubt, dass der Irak das geleistet hat. Paragraph vier sagt eindeutig, dass jegliche „Falschaussage oder Auslassung“ einen Bruch der Abmachung bedeutet und dem Sicherheitsrat vorgelegt werden muss. Paragraph elf verlangt die Unterstützung aller Mitglieder. In einem Anfall von Pazifismus stellt sich Chirac jedoch quer, da der Krieg die „schlechteste aller Lösungen“ sei. Nimmt man die Franzosen beim Wort, handelt es sich um eine Missachtung der internationalen Gemeinschaft. Sie ermutigen nicht nur Saddam, sondern zwingen auch Bush, notfalls alleine zu handeln und die Bedeutungslosigkeit der UN zu demonstrieren.

Frankreich liebt den Pazifismus nur, wenn es um die USA geht. Entsenden sie selbst Truppen, um Ex-Kolonien zu befrieden, ist die Meinung der Welt ohne Bedeutung. In Allianz mit dem schwachen, anti-amerikanischen Gerhard Schröder will sich Chirac zu Europas dominanter Figur aufschwingen und zugleich Tony Blair – Amerikas besten Freund – bloßstellen. Auch erinnert er an alte gaullistische Tage der Unabhängigkeit von der Nato. Franzosen und Deutsche sollten ihren Wunsch nach Unabhängigkeit überdenken. Die Amerikaner sehen, dass sie das Hauptziel terroristischer Bedrohung darstellen. Ein Land, das mit seinem Veto Amerika die Möglichkeit zur Selbstverteidigung raubt, kann im Notfall von Amerika keine Hilfe erwarten. Wir werden die Länder um Hilfe bitten und umgekehrt denen helfen, die auf Amerikas Seite stehen.

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