Wirtschaft : Triebwerkshersteller erwartet Umsatzanstieg - Boeing-Präsident bekräftigt ILA-Absage

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Neue Fördermittel vom Land und neue Bestellungen für den mit im brandenburgischen Dahlewitz gebauten BR 715-Triebwerk ausgestatteten Kurzstreckenjet Boeing 717 sorgen für weiteren Aufschwung bei der Rolls-Royce Deutschland GmbH. Zusammen mit dem kleineren Modell BR 710, das den Geschäftsreisejets Gulfstream und Global Express Schub gibt, sollen in diesem Jahr 220 Düsenaggregate gefertigt werden, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Nittinger, am Donnerstag mit. Der Jahresumsatz werde sich "abhängig von der Entwicklung des Dollar-Kurses" bei 1,4 bis 1,5 Millionen Mark einpendeln. 2002 will das Unternehmen die Verlustzone verlassen.

Die Produktion sei auf die nächsten drei Jahre ausgelastet, sagte Nittinger anlässlich des Besuchs des Boeing-Präsidenten Harry C. Stonecipher. 2001 soll die Produktion auf 260 Triebwerke gesteigert werden. Am Donnerstag konnte der Verkauf von drei weiteren 717-Jets an die spanische Gesellschaft Aerolineas Baleares bekanntgegeben werden. Damit liegen für den Kurzstreckenjet 146 Festbestellungen und 132 Kaufoptionen vor. Am Vortrag hatten die australischen Impulse Airlines zuvor von den Leasing-Firmen Bavaria und Pembroke bestellte Maschinen angemietet.

Nach dem die brandenburgische Landesregierung die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Triebwerkstechnologien bei Rolls-Royce bereits mit 24 Millionen Mark bis 2004 fördert, kündigte Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniss am Donnerstag die Unterstützung eines weiteren Forschungsprogrammes mit einer noch festzulegenden, "beachtlichen" Summe an. Die Luftfahrtindustrie sei Teil der Zukunftsstrategie des Landes, sagte Fürniss.

Boeing-Präsident Stonecipher blieb trotz der dringenden Bitte des Minister bei der Ablehnung einer Teilnahme an der Luft- und Raumfahrtausstellung ILA vom 6. bis 12. Juni 2000 und appellierte an die Verantwortlichen, sich für eine Verteilung der drei großen Airshows in Berlin, Paris und dem englischen Farnborough im dreijährigen Turnus einzusetzen. Stonecipher hält drei jährliche Luftfahrtmessen in Europa für zu viel. Pro Jahr eine derartige Schau zu veranstalten, sei völlig ausreichend, sagte der Boeing-Manager. Da man bei solchen kostspieligen Veranstaltungen in der Regel ohnehin kaum Flugzeuge verkaufe, sei Boeing jedoch mehr an einer dauerhaften Präsenz durch Kooperationen mit deutschen Unternehmen interessiert.

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