Triebwerksprobleme : Qantas-Notlandungen: Keiner will Schuld sein

Zwei Quantas-Flugzeuge mussten in den vergangenen Tagen notlanden. Die Airline und Airbus weisen jede Verantwortung von sich. Triebwerkshersteller Rolls-Royce schweigt.

Alles roger?
Alles roger?Foto: dpa

Singapur - Einen Tag nach der erneuten Notlandung eines Quantas-Flugzeugs geht die Suche nach dem Schuldigen weiter. Am Donnerstag war ein Airbus A 380 der australischen Airline in Singapur notgelandet, nachdem eines der vier Triebwerke in Brand geraten war. Am Freitag hatte eine Boeing 747 kurz nach dem Start in Singapur mit Triebwerksproblemen zum Flughafen zurückkehren müssen. Beide Triebwerke stammen von Rolls Royce, allerdings handelt es sich um unterschiedliche Modelle.

Quantas-Chef Alan Joyce schloss am Samstag Sabotage aus, auch Vorwürfe, die Gesellschaft habe die Wartung ihrer Maschinen vernachlässigt, wies Joyce zurück. Stattdessen sprach er von einem Zufall. Auch Rolls Royce sieht bislang keinen Zusammenhang zwischen den Fällen. „Für solche Schlüsse ist es deutlich zu früh“, betonte ein Sprecher in London. Die Untersuchungen seien in vollem Gange. Die Ergebnisse würden „so früh wie möglich“ veröffentlicht.

Airbus bemüht sich derweilen um Schadensbegrenzung. „Wir kennen die Ursache nicht“, sagte Airbus-Chef Tom Enders der „Bild“. Das hält den Chef der Airbus-Mutter EADS, Louis Gallois, aber nicht davon ab, den Superflieger weiter für sicher zu erklären. „Der A 380 ist so konstruiert, dass er die Probleme, die Quantas hatte, bewältigen kann. Der Ausfall eines Triebwerks kann auftreten“, betonte Gallois. Die Pilotenvereinigung Cockpit will sich damit nicht zufrieden geben. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg forderte am Samstag im „Focus“ eine Überprüfung der Zulassungsregeln für die Triebwerke des A 380. Bei dem geborstenen Motor handele es sich „um ein ganz neues Triebwerk, das nach neuen Zulassungsregeln getestet wurde.“ Tsp

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