Wirtschaft : Trittin will beim Dosenpfand nachbessern Umweltminister plant Pfand auf alle Einwegverpackungen

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Berlin (ce/pet). Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat die Einführung des Dosenpfands zum Jahreswechsel als Erfolg gewertet. „Das viel beschworene Chaos ist ausgeblieben“, sagte Trittin am Mittwoch. Die Einführung der Pfandpflicht auf Einweg und Getränkeverpackungen stoppe den „Trend zu immer mehr Wegwerfverpackungen“. Einwegverpackungen seien massiv aus den Regalen genommen worden. Trittin räumte jedoch ein, dass die geltende Verpackungsverordnung unlogisch sei. So müssen Konsumenten für kohlesäurehaltige Getränke Pfand bezahlen, während Säfte ausgenommen sind. Mit den Umweltministern einiger Bundesländer habe er sich daher am Wochenende auf eine Novellierung der Verordnung verständigt, die auch von Handel und Industrie gefordert wird. Schon im Frühjahr könne ein Entwurf vorliegen.

Dabei hat sich Trittin mit seinen Länderkollegen aus Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen schon darauf verständigt, alle Einweggetränkeverpackungen mit einem Pfand zu belegen. Ausgenommen werden sollen Getränkekartons und Schlauchbeutel für Milch, die als umweltfreundlicher gelten, sowie Wein- und Spirituosenflaschen und Diät-Getränke. Im Februar erwartet der Umweltminister eine Rückmeldung aus den Ländern. Spätestens zum 1. Oktober strebt Trittin vereinfachte Regelungen beim Dosenpfand an. Bis dann wollen Getränkeindustrie und Handel auch ein bundesweit einheitliches Rückgabesystem eingerichtet haben. Langfristig geht Trittin davon aus, dass die Mehrwegquote wieder steigen wird.

Die Ernährungsindustrie kritisiert die geplante Ausweitung der Pfandpflicht auf Einweg-Verpackungen. „Einweggetränkeverpackungen, die als ökologisch vorteilhaft erkannt sind, müssen von der Pfandpflicht freigestellt werden“, forderte Peter Traumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), am Mittwoch in Berlin. Sollte das nicht erfolgen, sieht Traumann das Duale System („Grüner Punkt“) gefährdet. Die Herausnahme von pfandpflichtigen Einweggetränkeverpackungen aus dem Dualen System führe schon jetzt zu einem Wegbrechen von Lizenzentgelten von 290 Millionen Euro. Dieser Umsatzeinbruch würde bei einer Pfandpflicht auf alle Getränkeverpackungen „ungleich höher ausfallen“ und könne dann nur noch „durch drastische Verteuerungen“ für die anderen Verpackungen aufgefangen werden, sagte Traumann. Die Kosten würden voll auf den Verbraucher durchschlagen, warnte er.

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