Wirtschaft : Trotz Konjunkturschwäche konnten die Arbeitsämter einen Rekord erreichen

Die Arbeitsämter steuern 1999 trotz der Konjunkturschwäche auf einen Vermittlungsrekord zu. Im ersten Halbjahr hätten bereits 1,86 Millionen Menschen mit Hilfe der Arbeitsämter einen Job gefunden, fünf Prozent mehr als im Vorjahr, berichtete die Bundesanstalt für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg. Diese positive Bilanz sei aber kein deutliches Signal für eine strukturelle Besserung der Arbeitsmarktlage. "Von der Konjunktur sind keine spürbaren Impulse ausgegangen", sagte der Präsident der Bundesanstalt, Bernhard Jagoda.

Zugleich kritisierte er den nach seinem Eindruck nur sehr "zögerlichen" Abbau von Überstunden. "Müssen es bei vier Millionen Arbeitslosen tatsächlich 1,8 Mrd. bezahlte Überstunden sein", fragte Jagoda. Er rief die Arbeitgeber auf, verstärkt auch befristete Stellen anzubieten.

Den erwarteten Vermittlungsrekord von mehr als 3,7 Mill. Stellen führte Jagoda unter anderem auf das wachsende Vertrauen in die Leistungskraft der Arbeitsämter zurück. "Der Anteil der Arbeitsverwaltung am Vermittlungsgeschäft wird größer." Mehr als 40 Prozent der Stellen werden zurzeit über das Arbeitsamt vermittelt.

Ein weiterer Grund sei das attraktive Internet-Angebot der Ämter mit seinen rund 380 000 Stellenangeboten, den 1,1 Millionen Arbeitskräfteangeboten und den Hinweisen über zurzeit 150 000 freie Lehrstellen. In etwa 500 000 Fällen pro Jahr würden Stellen so ohne aktives Einschalten der rund 8000 Vermittler der Ämter wieder besetzt.

Die Vermittlung in Beschäftigungsverhältnisse mit einer Dauer von mindestens sieben Tagen nahm laut Halbzeitbilanz um sechs Prozent auf 1,48 Mill. zu. Etwa 385 000 Menschen, eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr, wurden mit Hilfe der aktiven Arbeitsmarktpolitik vermittelt. Die Zahl der Menschen, denen die Arbeitsämter mit Überbrückungsgeld den Weg in die Selbstständigkeit ebneten, wuchs im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 53 000.

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