Trotz Krise : Siemens-Konkurrent GE verdient mehr als erwartet

Der US-Mischkonzern General Electric (GE) ist im ersten Quartal trotz der weltweiten Krise glimpflich davongekommen. Zwar sanken Umsatz und Gewinn deutlich, aber das Auftragsbuch ist weiterhin gut gefüllt und die kriselnde Finanzsparte blieb in den schwarzen Zahlen.

Fairfield  „Trotz der weiterhin schwachen Wirtschaft haben wir uns gut geschlagen“, kommentierte Konzernchef Jeff Immelt am Freitag in Fairfield im Bundesstaat Connecticut das Abschneiden.

Der Umsatz fiel im ersten Quartal binnen eines Jahres von 42,2 Milliarden auf 38,4 Milliarden Dollar (29,4 Milliarden Euro), der Überschuss brach von 4,3 Milliarden auf 2,7 Milliarden Dollar ein. Analysten hatten beim Gewinn aber ein noch schlimmeres Minus erwartet. Obgleich weniger Aufträge im Infrastrukturgeschäft hereinkamen, blieb der Auftragsbestand samt Dienstleistungen stabil bei 171 Milliarden Dollar. Nach anfänglichen Verlusten legte die Aktie in New York bis zum Nachmittag um gut zwei Prozent auf 12,54 Dollar zu. GE ist in fast jedem großen Wirtschaftssektor vertreten und gilt daher als Barometer für die Entwicklung der gesamten US-Wirtschaft. Der Konzern stellt ebenso Glühbirnen wie Medizin- und Kraftwerkstechnik her.

Besonders das Energiegeschäft lief gut. General Electric baut unter anderem Turbinen und ist hier einer der schärfsten Rivalen des deutschen Siemens-Konzerns. Schlechter lief es bei GE in der Mediensparte. Zum Unternehmen gehört NBC Universal, die Mutterfirma des Senders NBC. Auch das Finanzgeschäft ist eingebrochen. Allerdings sei die Finanzsparte profitabel gewesen, und das solle sie auch im Gesamtjahr bleiben, betonte Immelt.

Die Finanzsparte steht seit Beginn der Wirtschaftskrise stark unter Druck. GE verlor sein Spitzenrating „AAA“ und kappte kürzlich zum ersten Mal seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre die Dividende. Mit Einsparungen von mindestens fünf Milliarden Dollar im laufenden Jahr will Konzernchef Immelt die Auswirkungen der Flaute abmildern. Er hat die Finanzsparte bereits zurechtgestutzt. So ging die deutsche GE Money Bank an die spanische Banco Santander. GE ist in 100 Ländern vertreten und beschäftigt 300 000 Menschen. dpa

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