Trotz Krise stabil : Porsche profitiert von VW

Der Wolfsburger Hersteller erreicht Rekordgewinn und erhöht die Ausschüttung. Man könne aus der Krise gestärkt hervorgehen. Porsche hatte zuvor einen deutlichen Absatzrückgang bekanntgeben müssen.

Markus Fasse,Alfons Frese

Berlin/MünchenVW hat 2008 gut verdient und gibt sich auch für das laufende Jahr relativ optimistisch. „Volkswagen hat die richtigen Autos zur richtigen Zeit“, teilte Konzernchef Martin Winterkorn am Montag mit. Der Gewinn nach Steuern lag mit 4,69 Milliarden Euro immerhin um 13,7 Prozent über dem Vorjahr. Allerdings wird Europas größter Autokonzern dieses Niveau wegen der „dramatisch verschärften Rahmenbedingungen“ nicht halten können. Der VW-Haupteigentümer Porsche gab ebenfalls am Montag einen deutlichen Absatzrückgang im ersten Halbjahr bekannt. Porsche hält an Volkswagen mittlerweile gut 50 Prozent derAnteile und will in nächster Zeit mit Hilfe der Banken auf 75 Prozent aufstocken.

Der VW-Konzern steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz um 4,5 Prozent auf 113,8 Milliarden Euro. Verkauft wurden 6,3 Millionen (plus 1,1 Prozent) Fahrzeuge der Marken VW, Skoda, Seat, Audi, Bentley und Lamborghini. Von dem Rekordergebnis profitieren die Aktionäre, also vor allem Porsche, durch eine höhere Dividende: Für die Stammaktie wird 1,93 (1,80) Euro gezahlt, damit bekommt Porsche rund 285 Millionen Euro für das vergangene Jahr.

VW-Chef Winterkorn sieht den Konzern gut aufgestellt, „um aus der Krise gestärkt hervorzugehen“. Allein 105 Konzern-Modelle verursachten weniger als 140 Gramm CO2 je Kilometer, 24 Modelle weniger als 120 Gramm. Neue Produkte wie der Polo, Audi A4, Seat Ibiza und Skoda Yeti würden dazu beitragen, dass der Konzern im Vergleich zum Gesamtmarkt besser abschneidet und in der Krise Marktanteile zugewinnt. Eine Prognose für das Gesamtjahr sei aber wegen der „hohen Volatilität der Marktentwicklung“ nicht möglich. Und: „Aufgrund des äußerst schwachen Geschäfts zu Beginn des Jahres“ sei das Erreichen des Vorjahresergebnisses nicht möglich.

Trotz der Finanz- und Absatzkrise kommt Porsche bei der Übernahme von Volkswagen voran. Die Holding des Sportwagenbauers meldete am Montag, dass die Verhandlungen über eine Ausweitung des Kreditrahmens fortgeschritten seien und im Laufe des März abgeschlossen würden. Demnach wird eine Gruppe von Banken die bestehende Kreditlinie in Höhe von zehn Milliarden Euro um weitere 2,5 Milliarden aufstocken. Porsche will mit dem Geld seinen Anteil an VW von derzeit 50,1 Prozent auf 75 Prozent ausbauen.

Porsche steht unter Zeitdruck, weil der laufende Kredit bis zum 22.März umgeschuldet werden muss. Branchenkreisen zufolge müssen die Zuffenhausener den Banken hohe Zinsaufschläge zahlen. Im vergangenen Jahr gab es zwischen den Geldhäusern und Porsche Irritationen, weil der Sportwagenhersteller die Kredite zwar abgerufen, aber nicht voll in VW-Aktien investiert hat. Das günstig geliehene Geld hat Porsche gewinnbringend angelegt - zum Ärger der Banken.

Operativ bekommt der Sportwagenhersteller die Autokrise voll zu spüren. Der Umsatz der Porsche-Holding sank im ersten Halbjahr 2008/2009 um 12,8 Prozent auf gut drei Milliarden Euro. Der Absatz brach gar um 26,7 Prozent ein. Die Ergebniszahlen will Porsche bis zum 31. März nachliefern.

Das operative Ergebnis habe zwar im Rahmen der Umsatzentwicklung abgenommen. Es weise aber nach wie vor eine „zweistellige Umsatzrendite“ auf. Porsche verweist auf erneut „positive Effekte“ aus Aktienoptionsgeschäften im Zuge der VW-Beteiligung. Damit sei das Ergebnis vor Steuern weiter gestiegen; im vergangenen Jahr hatte es 1,34 Milliarden Euro betragen. Hinzu kommt ein Ergebnisbeitrag aus Wolfsburg entsprechend der VW-Beteiligung. mit HB

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