Wirtschaft : Trotz Lopez-Rücktritt besteht Opel auf Prozeß

Umstrittener Manager scheidet mit sofortiger Wirkung bei VW aus Wolfsburg (dpa).Im Streit mit General Motors um Schadenersatz wegen Industriespionage hat sich die Volkswagen AG, Wolfsburg, am Freitag von ihrem Spitzenmanager Jose Ignacio Lopez getrennt.Dennoch besteht die General Motors-Tochter Adam Opel AG weiter auf einer gerichtlichen Klärung der eingetretenen Schäden.Der Aufsichtsrat von Volkswagen folgte am Freitag dem Wunsch des 55jährigen Spaniers López, "ihn von seinen Vorstandsaufgaben zu entlasten und das 1993 geschlossene Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung zu beenden". Eine VW-Mitteilung zufolge hat Lopez den Rücktritt schon "Anfang dieser Woche" angeboten.VW sei weiterhin von der Unschuld López überzeugt.Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, daß López bei seinem Wechsel zu VW im März 1993 Betriebsgeheimnisse von Opel und dem Mutterkonzern General Motors (GM) mitgenommen habe, erklärte VW-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Liesen Freitag nachmittag im Anschluß an eine Sitzung des Kontrollgremiums."Jedoch ist es GM und Opel gelungen, mit Hilfe des US-Rechts eine Lage zu schaffen", in der Lopez sich seiner Verteidigung nicht ohne Beeinträchtigung seiner Aufgaben im VW- Vorstand widmen könne.Für Lopez werde kein Nachfolger berufen.Dessen Aufgaben werden aufgeteilt.Für den Einkauf ist ab sofort VW-Chef Piech zuständig, die Konzern-Aktivitäten in Südamerika und Afrika betreut Personalchef Peter Hartz.VW wird laut Liesen den noch bis März 1998 laufenden Vertrag mit Lopez finanziell erfüllen.Piech schloß ausdrücklich nicht aus, daß Lopez in seiner neuen Tätigkeit als selbständiger Berater auch für VW arbeiten wird. In einer Opel-Erklärung heißt es, der seit mehr als drei Jahren überfällige Rücktritt von Lopez könne den in dieser Zeit entstandenen großen Schaden nicht ersetzen.Für Opel gehe es nicht nur um Lopez und seine Gefolgsleute, deren Verhalten der strafrechtlichen und zivilrechtlichen Bewertung der Justiz unterliege.Opel betonte, die systematischen Verschleierungsversuche und das Ausmaß der gegen Opel und GM gerichteten rechtswidrigen Handlungen erzwängen auch weiterhin eine Aufklärung durch die Justiz.Eine außergerichtliche Lösung des Streits schloß ein GM-Sprecher in Zürich ausdrücklich aus.Die Rechtsanwälte von Lopez teilten in Frankfurt mit, ihr Mandant habe wegen einer zu erwartenden Anklage durch die Staatsanwaltschaft Darmstadt sein Ausscheiden aus dem VW-Vorstand angeboten.López wolle sich auf seine Verteidigung konzentrieren.Andererseits möchte er einen "langgehegten Wunsch verwirklichen" und als selbständiger Berater "seine Kenntnisse und Erfahrungen der Industrie auf breiter Basis zur Verfügung stellen".

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