Trotz Mainz : Personalchef der Bahn bleibt

Einige Fahrdienstleiter waren in Urlaub, andere krank. Über Wochen war Mainz vom Fernverkehr praktisch abgeschnitten. Der zuständige Vorstand jedoch ist ein "Garant" für den Arbeitgeber Bahn, meint der Aufsichtsrat.

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Bahn-Manager Ulrich Weber
Die Chefkontrolleure der Deutschen Bahn haben den Vertrag mit Personalvorstand Ulrich Weber verlängert.Foto: dpa

Berlin - Zugausfälle wie in Mainz kann es überall geben, mahnten die Bahn-Gewerkschaften kürzlich. Aus Personalmangel hatte der Staatskonzern dort sein Zugangebot im August stark reduzieren müssen. „Eine Blamage“ nannte das Bahn- Chef Rüdiger Grube. Sein zuständiger Vorstandskollege Ulrich Weber darf dennoch im Amt bleiben. Der Aufsichtsrat verlängerte am Mittwoch den Vertrag des 63-Jährigen bis März 2017. Weber sei „ein Garant“ dafür dass die Bahn bis 2020 einer der Top-Arbeitgeber im Land werde, sagte Chefkontrolleur Utz-Hellmuth Felcht. Der Beschluss erfolgte einstimmig, hieß es in Unternehmenskreisen – auch die Gewerkschaften stimmten also zu.

Die Vertreter der Arbeitnehmer geben die Schuld für den Personalmangel vor allem dem Bahn-Eigentümer Bund. Er verlange zu viel Gewinn, kritisierte Alexander Kirchner, Vorsitzender der Gewerkschaft EVG und Vizechef des Aufsichtsrates. „Was ist wichtiger: 500 Millionen an den Bund abzuführen oder ausreichend Personal zu haben und damit eine Stabilisierung und Qualität sicherzustellen?“, fragte er mit Blick auf die Dividende, die der Bund von der Bahn verlangt.

Dass Kirchner und seine Leute mit der Warnung vor steten Engpässen nicht falsch liegen, zeigte sich in der Nacht zu Dienstag. Bei der S-Bahn konnten Züge der S 3 zwischen Friedrichshagen und Erkner zwischen 22 Uhr und etwa 6 Uhr morgens nur pendeln. Fahrgäste mussten dabei den Zug wechseln. Einem Sprecher zufolge hatte sich der Mitarbeiter für die Nachtschicht im Stellwerk Wilhelmshagen um 18 Uhr krankgemeldet; Ersatz sei nicht zu finden gewesen. Bereits am 10. September konnte aus diesem Grund ein Stellwerk in Zepernick nicht besetzt werden, daher fuhren weniger Züge. Den Personalmangel gibt es seit Jahren. Einen „Nachsteuerungsbedarf“ habe die S-Bahn 2012 erkannt und mehrere Lehrgänge organisiert, sagte der Sprecher. brö/kt

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