Trotz Millionenverlust : Air Berlin lässt Flügel nicht hängen

75 Millionen Verlust fährt Air Berlin ein. Doch trotz roter Zahlen blickt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft leicht optimistisch in die Zukunft.

London/BerlinDie Finanzkrise hat auch im Geschäftsbericht von Air Berlin ihre Spuren hinterlassen. 2008 verbuchte die Fluglinie einen Verlust in Höhe von 75 Millionen Euro. Als Gründe gab die Gesellschaft hohe Treibstoffpreise, ein schwächeres Finanzergebnis und einen negativen Steuereffekt  an.

Für 2009 rechnet die Linie damit, dass die Passagierzahlen von 28,6 Millionen im vergangenen Jahr um einen geringen einstelligen Prozentsatz sinken werden, obwohl die Buchungen zum Jahresbeginn "Spielraum für einen gewissen Optimismus" lassen, hieß es. Außerdem werde die Airline vom niedrigen Ölpreis profitieren und sieht sich nach Kosteneinsparungen und Flugplanoptimierung im vergangenen Jahr jetzt gut gerüstet.

Im Vorjahr hatte Air Berlin noch einen Gewinn von 21 Millionen Euro verbucht. Damals sei das Ergebnis von einer Steuergutschrift in Höhe von 15 Millionen Euro geprägt gewesen. Außerdem floss der Ferienflieger LTU nicht ganzjährig in die Bilanz ein. Rechnet man LTU und die Tochter Belair ein, hätte Air Berlin bereits damals mit 39,9 Millionen Euro in den roten Zahlen gelegen. Im operativen Geschäft schrieb Air Berlin wie angekündigt schwarze Zahlen. Der operative Gewinn lag bei 14,2 Millionen Euro nach 21,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs auf vergleichbarer Basis von 3,19 auf 3,40 Milliarden Euro.

Verstärkt setzt die Airline auf Geschäftsreisende. Ihre Kosten will die Fluggesellschaft unter anderem durch den Einsatz neuerer, Treibstoff sparender Maschinen senken und durch den Verkauf von Vermögenswerten ihre Schulden abbauen. Auch werde die Flotte um zwölf Flieger auf 128 Maschinen schrumpfen. Ebenso werden in diesem Jahr wiederum keine neuen Mitarbeiter eingestellt. Ende 2008 zählte Air Berlin 8311 Beschäftigte (2007: 8360).

Die Air-Berlin-Aktie reagierte am Morgen mit einem Kurssprung. Sie legte zu Handelsbeginn um mehr als zwölf Prozent zu und lag zuletzt noch mit 8,77 Prozent im Plus bei 3,35 Euro.

Am Wochenende hatte Air Berlin eine Kooperation mit der TUI-Fluggesellschaft TUIfly besiegelt. Neben einer Überkreuzbeteiligung in Höhe von knapp 20 Prozent sieht diese auch vor, dass Air Berlin die TUIfly- Städteverbindungen übernimmt. Es werde dadurch der Zugang zu drei wirtschaftlich interessanten Märkten gewonnen: Köln, Stuttgart und Italien. (sp/dpa)

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